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Neuseeland / Südinsel
Unser Reiseverlauf: 

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Noerdliche Suedinsel PDF Drucken
Dienstag, 11. Januar 2011 um 02:45 Uhr

03 Farmcamping -  farm camp„Duerfen wir unser Zelt bei ihnen aufstellen?“ frage ich den sympatischen Farmer in seinen Anfang-Sechzigern. Kurze Zeit spaeter laeuft er in Socken voran ueber die Farm, will sogar seine Schafe in eine andere Weide bringen, damit wir unser Zelt aufstellen koennen. Am Ende campieren wir im Garten hinter dem vornehmen Farmhaus. Wir werden eingeladen, im Kreise der Familie unter dem Weihnachtsbaum Plaetzchen zu vertilgen. Es ist der 28.12. - aber fuer uns nicht zu spaet, Weihnachten nachzuholen. Wir sind unheimlich dankbar, fuer diese Einladung.

08 Auftanken - the petrol stationSo langsam bekommen wir also einen Einblick ins Leben der Kiwis. Sie sind raue, herzliche und teilweise recht schraege Typen, die gern Schafe schweren, Fisch und Pommes essen und ihr Neuseeland ueber alles lieben. Nach ueber einem Monat hier, stellt sich Reisealltag ein: der allmorgendliche Blick aus dem Zelt bestimmt meist das Stimmungbarometer. Sonne oder Regen? Meist ueberwiegt das Erstere... Nach reichaltigem Fruehstueck aus Muesli, Milchpulver und Banane gehts ab auf den Drahtesel - meist sind 30-40 Kilometer bis zum Mittag drin. Das Terrain ist weiterhin anspruchsvoll und selbst gestandene Touren-Radler sind von den Huegeln beeindruckt. Nach Wraps mit Kaese und Co zum Mittag sowie einigem Stretching gehts auf zur zweiten Runde - so lang, bis eine Raststaette oder sonst ein Grasflecken fuers Zelt in Sicht kommt. Mittlerweile liegt unser Tagesschnitt bei 60-80km!

Den Vormittag des 31.12. nutzen wir zu einem beeindruckenden Besuch: das Te Papa Museum in Wellington beschaeftigt sich mit allem, was sehenswert ist. Es hat z.B. das einzigste weltweite Exemplar eines praeparierten Riesenkraken. „Tintenfischringe, so gross wie Traktorreifen“ haetten daraus werden koennen, schreibt das Museum. Es gibt Maorigeschichte, Tierwelt, einfach alles - in phantastischer Aufmachung. Und kostenlos... In Wellington geht der Jahreswechsel unspaektakulaer einher: nicht eine Rakete wird gezuendet. Wir feiern mit Richi und Katja aus der Schweiz, die ebenfalls mit dem Radl unterwegs sind und die wir immer wieder treffen werden. Wir blicken zurueck auf ein bewegtes Jahr. Eine Zeit des Wandels und der Veraenderung...

02 mit Katja und Richi - with Katja and RichiNachdem wir die Faehre am Neujahrsmorgen zur Suedinsel genommen haben, steht eine neues Kapitel ins Haus: tolle Szenerie der Suedinsel. Wir radlen entlang tuerkisblauer Meeresbuchten, goldener Sandstrand rahmt das Paradies ein. Meist ist alles ueberfuellt - es sind Sommerferien und so ziemlich jeder Neuseelaender ist unterwegs. Mit dem Rad koennen wir nicht zu grosse Umwege nehemen, um dem Getuemmel zu entkommen. Trotzdem ist es sehenswert. Wir werden auch Zeuge der Myriaden von Sandflies (Fliegen in Obstfliegengroesse), die uns schier auffressen am Abend und wochenlang juckende Stiche hinterlassen. Neuseeland hat doch gefaehrliche Tiere...

07 Weideland - farm land

Nach vier langen Etappen, voller Anstiege, queren wir die noerdlichen Auslaeufer der neuseelaendischen Alpen und erreichen die Westkueste am 9.1.2011. Wir sind reisemuede und ausgelaugt. „Nur noch nach hause“ ist das, was wir gerade am liebsten haetten... Doch es geht weiter. Wir sind nun auf dem Weg nach Sueden - ins Land der Gletscher, wilden Kueste und Regenwald...

Monique

 

 
Westkueste und Inland PDF Drucken
Donnerstag, 27. Januar 2011 um 04:12 Uhr

07 naehe Franz Josef - near Franz

Die vergangenen 14 Tage unserer Reise beinhalten typische Radlergeschichten: wir koennen berichten von Gegenwind, sonnigen Bergen, von steilen Schluchten, Regenwald und Wasserfaellen. Von Bergen, die in ihrer Steilheit alles bisher da gewesene in den Schatten der prallen Mittagshitze stellen. Von toten Possums und Igeln auf der Strasse. Und von der 2500km-Marke, die geknackt ist.

Um von vorn zu beginnen: unser weiterer Weg ging zum UNESCO Welnaturerbe: Franz Josef und Fox Gletscher, die sich an Neuseelands Suedinsel im Westen bis auf 200m ueber dem Meeresspiel nach unten schlaengeln. Wir haben Glueck und die Sonne lacht, als wir den einstuendigen Marsch zum Franz Josef Gletscher unternehmen. Die Gletschermasse hier waechst weiterhin durch die hohen Niederschlagsmengen (6000mm), die in dieser Gegend jaehrlich fallen. Der Gletscher ist umgeben von Regenwald - ein aussergewoehnlicher Anblick.

09 Regentag - rainy day

In stroemenden Regen fahren wir die letzten 100km entlang der Westkueste - kein Bergpanorama ist zu sehen. Von Haast aus ueberqueren wir am 20.1. die Suedauslaeufer der Neuseelaendischen Alpen - was in einem brutal steilen Pass einhergeht. Der Gegenwind laesst sogar das Schieben zur Tortur werden. Und doch werden wir belohnt: mit Sonne und traumhafter Berg-Seen-kulisse im Inland um den Ort Wanaka. Einmal wieder werden wir an schweizer Landschaft erinnert - das mag auch daran liegen, dass wir bereits zum 6. Mal auf die Radfahrer Richi und Katja aus Luzern treffen...

17 Lake Wakatipu - Queenstown

Als wir in der Touristenhochburg Queenstown eintreffen (24.1.), kaufen wir Essen fuer 6 Tage ein und fahren schwer beladen los. Unser Plan ist, an das Ende des See Wakatipu bei Queenstown zu fahren und dort einige Tage zu wandern. Das Hoehenprofil ist... steil. Es ist das haerteste Stueck Strasse, was uns je unter die Raeder gekommen ist - selbst mit unserem neuen „Grossmuttergang“ (einem kleinerem Ritzel vorn). Auf halben Weg schlaegt das Wetter um: stuermischer Gegenwind, in der Ferne: Regen. Wir drehen um. Voellig entkraeftet kommen wir zurueck in die Stadt.

Froehlich schwatzend laufen wir zwei Deutsch-Canadiern in die Arme, die wir schon zwei Mal auf ihren Raedern auf der Suedinsel getroffen haben. Hans und Christine sind 1984 nach Canada ausgewandert - ohne ein Wort Englisch sprechen zu koennen. Jahre spaeter eroeffnen sie eine erfolgreiche Lodge in der Wildnis des Yukon... Wir koennten wohl naechtelang mit den beiden Koellnern reden... Viele Probleme auf ihrer Radreise hier haben ihrer postiven Lebenseinstellung keinen Einhalt geboten. Eine tolle Begegnung mit den beiden und eine Einladung nach Canada...

Wir stehen nun vor den Toren des Otago Railtrail. An einer stillgelegten Eisenbahnstrecke wurde ein Radweg eingerichtet, der sich 200km durch die Zentral-Suedinsel i.R. Dunedin

an der Ostkueste erstreckt. Wir freuen uns vor allem, dass es dort keine keine Autos gibt! Der Verkehr in Neuseeland ist halsbrecherischer, als in allen Laendern die wir bisher bereist haben. Oft ueberholen uns Autos und LKW bei Gegenverkehr auf engsten Strassen, verfehlen uns um haaresbreite... Somit wird der Radweg eine willkommene Abwechslung werden! Danach werden wir nach Invercargill fahren und auch zum suedlichsten Punkt Neuseelands...

Monique und Rene

 

 
Der launische Sueden PDF Drucken
Donnerstag, 10. Februar 2011 um 03:15 Uhr
01 Railtrail

Die Luft riecht nach Sommer und es ist drueckend heiss, als wir die ersten staubigen Meter auf den alten, ehemaligen Bahngleisen der Central Otago Eisenbahnstrecke unterwegs sind. Der Radweg ist grober Schotter und macht die Fahrt zum Hoch-Konzentrations-Erlebnis. Er fuehrt durch, oft trockenes Savennen- und Weideland. Manche Plaetze erinnern uns stark an Australien.

02 Langzeitreisender-long time traveller

Unterwegs treffen wir auf ein vollbepacktes Moped. Sein rundlicher Besitzer mit dem faltengegerbten Charaktergesicht ist ein Kiwi. Bereits seit 20 Jahren faehrt er, mit all seinen Habseligkeiten auf dem Bike, kreuz und quer durch die Suedinsel. Klar dass er da schon allerhand Geschichten mit im Gepaeck hat! Wie er deutschen Touristen in ihrem Gelaendewagen Starthilfe geben hat (sein Moped hat gerade einmal 50ccm). Oder wie er sich entlang einer Strasse mit 23 Wasserfurtungen auf 24km wiederfindet... Nach einigen Stunden muessen wir weiter - es ist kalt geworden. Ein Wetterwechsel beschert uns Regen, Sturm und kalte Temperaturen in den naechsten Tagen.

Am Morgen lese ich in der Weg-Broschuere „Das Gebiet ist das heisseste Neuseelands - mit sommerlichen Temperaturen um die 40 Grad“. In dem Moment ruft Rene von draussen „Du, es sind gerade einmal 5 Grad heute Morgen“. Der Sturm heult. Wir frieren bald ein auf den Bikes, als wir uns ueber alte Eisenbahnbruecken und entlang steiler Schluechten den Weg bahnen. Auf der Strecke wachsen v.a. Apfel- und Pflaumenbaeume. Hier koennen wir genau sehen, was die Zugfahrer frueher so am liebsten unterwegs gepicknickt haben. Am dritten und letzten Tag auf dem Rail Trail zeigt der Strum noch einmal volle Kraft und drueckt Rene samt Bike beim Fahren vom Weg in den Graben. Ich kann gerade noch abspringen, als die Boehe uns erfasst...

09 Schafweiden-sheep country

Die Otago Bahn wurde 1903 erbaut und 1990 geschlossen; anschliessend zum Rad- und Wanderweg umgebaut. 150km Eisenbahnstrecke und ein Platten liegen hinter uns - dann haben wir wieder Asphalt unter den Raedern. Doch auch am naechsten Tag spielt der Wind mit den Nerven und vor allem unserer Kraft. 15km „fahren“ und schieben wir entlang der steilen Strassenanstiege - zwei Stunden brauchen wir fuer die Strecke. Auf dem Hochplateau gibt es keinen Schutz - alle Baeume mussten Schafweiden weichen. In einer Schule finden wir einen Platz zum campieren... Spaeter hoeren wir, dass wir bis 140kmh Wind an diesem Tag hatten...

Es ist bereits der 4.Februar, als wir in Owaka, dem suedlichsten Punkt unserer Reise, ankommen. Hier beginnt die Region der Catlins - eine Landschaft, gepraegt von huegeligen Schafweisen, tosendem Wetter, phantastischen Straenden, wilder Kueste und - Wildleben! Viele Seevoegel, Robben, Seeloewen und Pinguine bekommen wir zu sehen in den naechsten Tagen. Dann kehren wir zurueck nach Dunedin - dem Edingburgh der Suedinsel. Hier schlafen das erste Mal seit Weihnachten wieder in einem Bett und koennen Kraft sammeln, fuer das letzte Stueck unserer Neuseelandreise.

Am 11.2. geht unsere Reise weiter an der Ostkueste entlang bis Oamaru. Von hier fahren wir inland - Mt Cook und Lake Tekapo sind unsere naechsten Ziele.

Bis bald - Monique und Rene

 
Zwischen Dunedin und Christchurch PDF Drucken
Freitag, 25. Februar 2011 um 07:33 Uhr

01 steilste Strasse  - steepest road

Das Herz schlaegt mir bis zum Hals und die Lunge scheint zu platzen. Fast ich bin ich oben - am Ende der steilsten Strasse der Welt. Der Baldwin Street in Dunedin. Die Strasse ist mit 38 Prozent Steigung (20 Grad Winkel) so steil, dass ich zu tun habe nicht rueckwaerts vom Rad zu fallen. Ich probiere es weiter und schaffe es tatsaechlich bis nach oben. Gluecklich und stolz lasse ich mich von den Umstehenden feiern.

Wir fahren entlag der Kueste gen Norden. Das Wetter ist nun schon seit mehr als einer Woche grau, regnerisch und die Sonne zeigt sich nur selten. Im Mausgrau besuchen wir auch die Moeraki Boulders. Dies sind Steinkugeln mit ca. 1 Meter Durchmesser, die wir riesige Kanonenkugeln am Strand verteilt liegen.

05 Stausee - glacier lake

Wir fahren Inland - zum Mt. Cook, der mit 3754m der hoechste Berg Neuseelands ist. Und schwieriger als der Mt Everest zu besteigen. Er hat nur 2000 Gipfelstuermer in 100 Jahren aufzuweisen. Schweizer Landschaft breitet sich aus zu beiten Seiten - die hoechsten Berge, die Neuseeland zu bieten hat, durchsetzt mit tuerkisblauen Stauseen in goldenen Huegeln. Dies alles bei strahlendem Wetter und flacher Strasse... DAS haben wir uns verdient.

14 Sonnenuntergang - sunset Mt Cook

Eine anstrengende Wanderung mit 1000 Hoehenmetern auf rauem Terrain fuehrt uns zu genialer Aussicht auf den Mt. Cook und die maechtigen Gletscher des Mt Sefton. Am naechsten Tag haben wir dafuer solchen Muskelkater, dass wir uns kaum noch bewegen koennen. Am 22. Februaer beenden wir unsere 3600km lange und Radreise durch Neuseeland - die Runde ist komplett! Stolz schauen wir auf die ueber 30.000 Hoehenmeter auf dem Radcomputer und 11 Wochen Radfahren zurueck. Wir sind erstaunt ueber uns selbt. Was wir noch nicht wissen ist, dass es auch einer der schwaerzesten Tage in der Geschichte Neuseelands werden wird.

Es ist kurz vor 13 Uhr, als ploetzlich die Erde unter unseren Fuessen bebt. Buecherregale um uns herum schwanken und die Lampen an der Decke pendeln hin und her. Es braucht ein bisschen um ueberhaupt zu realisieren, dass dies gerade ein Erdbeben war. Wir warten gerade auf unseren Bus, der uns ins 150km entfernte Christchurch bringen soll. Dank Internet erfahren wir relativ schnell, dass es dort ein Beben der Staerke 6.3 gegeben hat und die Zerstoerung immens ist.. Das Beben war nur flach und ist mit einer unvorstellbaren Gewalt durch die Stadt gerast. Riesige Gebaeude, darunter auch die Kathedrale, das Wahrzeichen der Stadt, sind eingestuerzt.

01-Erdbeben earthquake Christchurch

Es wird still um uns herum. Viele Menschen in Geraldine haben Angehoerige in Christchurch und sind besorgt. Die Telefonleitungen sind zusammengebrochen. Auch Richi und Katja, die Radfahrer aus der Schweiz, sind heute bei dem Nieselwetter sicher in der Innnenstadt gewesen. Wir machen uns grosse Sorgen. In 2 Stunden geht unsere Bus ins Chaos, wir haben die Faehre fuer uebermorgen gebucht und der gesamte Verkehr laueft ueber Christchurch.

In den Vororten Christchurchs sind die Geschaefte noch offen und alles scheint normal. Wenn diese Stille nicht waere... Wir treffen auf Wayne, der uns zu sich nach hause einlaedt. Er hat Glueck gehabt: Strom und Wasser sind noch da und nur eine Blumenvase ist zerbrochen. Wir schauen mit ihm die schrecklichen Bilder im Fernsehen an, waehrend das Haus aller 15 Minuten von Nachbeben erschuettert wird, so dass die Waende wackeln. Wir campen im Garten, wo uns die Erde in einen unruhigen Schlaf wiegt.

Der Tag nach dem Beben: Wir machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Ein Bauarbeiter sammelt Kegel ein und erzaehlt “ Ich lebe seit 65 Jahren in der Stadt, aber so etwas habe ich noch nie erlebt! Als das Beben kommt, sitze ich gerade im Auto und werde ploetzlich von der Strasse gedrueckt. Geplatzter Reifen, denke ich. Doch dann sehe ich Asphaltstuecken aufreissen und hochfliegen, Haeser stuerzen ein. Menschen rennen auf die Strassen.“ Als er nach hause kommt, findet er seine Frau weinend vor den Truemmern seines Hauses. Gerade einmal Zwei Tassen und zwei Teller besitzt er noch.

06-Erdbeben earthquake Christchurch

Es ist gespenstisch still und viele Tankstellen haben schon keinen Benzin mehr. Wir sind froh ueber die Unabhaengigkeit unserer Raeder. Um so naeher wir dem Zentrum kommen, desto mehr zerstoerte Haueser sehen wir. Ueberall ist Schlamm und Wasser. Ein Beben bringt, als ob es nicht schon genug Zerstoerung gaebe, auch noch das Grundwasser und riesige Haufen grauen Schlamm nach oben. Ueberflutungen sind die Folge...

Die Strassen der Innenstadt sind mit Panzern abgesperrt und wir landen im Notfallcamp im Park um Naeheres ueber unseren Bus und Katja und Richi zu erfahren. Das Zelt der farbenfrohen Blumenshow der letzten Woche ist zur Zuflucht vieler Leute geworden. Eine Frau sucht ihre Mutter; wir unsere zwei Radfreunde aus der Schweiz, doch wir finden noch keine Spur von den beiden.

07-Erdbeben earthquake Christchurch

„Es war schrecklich. Nachdem die Polizei herausfand, dass ich etwas von Haeuserstatik verstehe, habe ich Tunnel gegraben und Koerper geborgen. Tot und lebendig. Einem Mann mussten sie beide Beine amputieren in den Truemmern“ erzaehlt uns ein Zimmermann, der zum Wiederaufbau der alten Erbebenschaeden vom September 2010 in der Stadt ist. Viele haben innerhalb Sekunden erneut Haus, Arbeit und Freunde verloren. Wir fragen uns: Wieviel Leid kann ein Mensch tragen?

Wir sind beeindruckt von der schnellen, gut organisierten Hilfe fuer die Menschen. Es gibt Decken, Lebensmittel, Wasser, Toiletten. Die Helfer sind sehr geduldig, auch wenn bei ihnen selbst zu Hause wahrscheinlich noch das Chaos herrscht und sie seit uber 15 Stunden schon Seelsorge betreiben. Viele koennen bereits am Abend in einen kostenlose Militaerflieger nach Wellington steigen, um dem

02-Erdbeben earthquake ChristchurchDesaster zu entkommen. Auch unser Bus soll morgen planmaessig fahren.

Die Nacht verbringen wir im Haus einer deutschen Studentin. Es liegt direkt zwischen dem Stadtzentrum und dem eigentlichen Epizentrum. Es gibt einige Risse in den Waenden. Wir fuehlen uns nicht wirklich sicher, als immer wieder Nachbeben das Haus erschuettern. Bei jedem Erdstoss bleibt uns das Herz stehen. Sekundenlang. Die Nacht scheint endlos. Am Abend dann die erleichternde E-Mail von unseren Freunden. Sie waren zum Zeitpunkt des Bebens in einer Baeckerei in der Innenstadt, sind aber gluecklicherweise nicht verletzt worden. DANKE.

24.02.2011 Geschafft! Es hat alles geklappt und wir sind sicher zurueck in Wellington. Am 26.02. geht unser Bus nach Auckland. Von dort werden wir uns auf Suedamerika vorbereiten und am 2.Maerz in den Flieger nach Quito, Ecuador, steigen. Etwas mulmig ist uns schon, wenn wir an all das Neue denken... Wir hoffen, dass der naechste Bericht weniger bewegend wird.

Rene