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Indonesien / Sulawesi
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Neue Planung PDF Drucken
Mittwoch, 25. November 2009 um 09:12 Uhr

Marktimpression - market impression  Auf dem Weg zur deutsch-technischen Magnetschwebebahn von KL lassen wir uns fürs Frühstück noch ein paar frische Roti Canai machen, da die vom letzten Abend mit Ameisen bevölkert waren. Die heute gibt es auf westliche Art mit Marmelade. Der Bus zum Airport fährt pünktlich und alles ist in Butter.

Nicht mehr lange. Wir stellen unsere Rucksäcke an der Abflugtafel ab und können unseren Augen kaum glauben - unser Flug wird nicht angezeigt. Irgentwas läuft hier gewaltig schief! Einige Minuten später wissen wir, dass unser Flug nach Manado nicht mehr existiert und stattdesen nach Makassar (Südsulawesi) geflogen wird. Wir haben keine andere Wahl und buchen unseren Flug um. Da die Leute sich sehr viel Zeit mit der Umbuchung gelassen haben sind wir erst kurz vor Abflug am Gate. Dort steht zu unserer Überraschung nicht Makasar sondern Ujung Pandang angeschrieben. Egal - Mittlerweile fliegen wir überall hin. Später erfahren wir, dass dies der alte Name von Makassar ist.

Der Flug ist recht angenehm, aber am Flughafen wartet die nächste Überraschung auf uns - 25 Dollar fürs Visum. Wir dachten, wir können hier mit Karte zahlen aber weit gefehlt. Was nun? Die Beamten machen eine Ausnahme und bekleiden René zum Geldautomaten. Von dort kommt er als stolzer Rupiah-Millionär zurück. Dafür braucht es hier nur 100 Euro. Nach der Gepäckdurchsuchung haben wir es endlich geschafft: wir sind in Sulawesi. Und nun??? Wir wollten doch eigentlich in den Norden zum Tauchen. Da hier kein Bus fährt, geht es mit dem Taxi in die Stadt, die Maut für die Strassen müssen wir selbst bezahlen. Was uns sofort auffällt? Hier ist es ganz anders wie in Malaysia. Die Leute sind keine Touristen gewöhnt und wir empfinden ihr 'hello mister' anfangs als aufdringlich. Überall liegt Müll und die Menschen sind sehr arm. Trozdem sind die Preise teurer wie in Malaysia. Wir haben einen Kulturschock. Aber es kommt noch schlimmer...

Das Taxi bringt uns zu einem Hotel, was im Reiseführer empfohlen wurde. Mittlerweile ist es dunkel und das Haus liegt nicht sehr einladend in einer Seitenstrasse. Der Empfang ist lustlos und das Zimmer eine einzige Katastrophe - schmutzig und das Bad ist eklig, das Waschbecken ist von der Wand gefallen und nichts funktioniert. Da wir keine andere Wahl haben, nehmen wir das Zimmer und hoffen die Nacht irgentwie zu überstehen. Aber was ist das? Plötzlich stehen wir im Dunklen - Stromausfall - scheinbar normal hier. Ok, der Hunger ist grösser als das Misstrauen und so wagen wir uns auf die dunkle Strasse. Am Ende der Strasse sehen wir einen Lichtblick.

Vor einem Hotel tuckert der Notstromgenerator. Gegenüber entdecken wir ein Backpackers Hostel. 'Komm wir gehen rein und schauen uns die Zimmer an. ' Freundliches Personal und saubere Zimmer. Wir sind uns sofort einig und wechseln die Unterkunft. Nach ein paar Verhandlungen bekommen wir sogar das Geld vom ekligen Zimmer zurück. Soweit so gut, gegessen haben wir jetzt aber immer noch nichts.

Gerade machen sich auch 3 andere Traveller auf den Weg und wir schliessen uns an. Zu fünft geht es nun, für uns viel zu lange, durch die Stadt über überfüllte Strassen, durch dunkle Gassen, vorbei an Strassenständen, kleinen Läden durch die heisse Nacht. Ab und zu muss man aufpassen, dass man nicht auf Müll oder eine Schabe tritt. Irgendwann kommen wir dann irgendwo in einem Fischrestaurant an, wo man sich seinen Fisch aussucht und dann gegrillt bekommt. Das is zu viel für uns und so landen wir nebenan, in der nobleren Variante. Zum Glück nehmen uns die drei wieder mit zurück, ansonsen würden wir wohl immer noch durch die heissen Strassen irren. Willkommen in Indonesien!

An den nächsten drei Tagen versuchen wir uns einen Plan zumachen, da dies alles so nicht geplant war und wir ja eigentlich in den Norden wollten. Wir versuchen Flüge umzubuchen, neue zu buchen und Alternativen zu finden. Da uns die Flüge zu teuer sind, bleiben wir jetzt im Süden und im Zentrum von Sulawesi. Die Erholung muss noch ein paar Tage warten, denn wir Reisen heute nach Tona Toraja weiter. Eine Region in der alte Bräuche noch gelebt werden. Danach werden wir dann auf die Tukangbesi Inseln im Südosten von Sulawesi zum Tauchen reisen. Drückt die Daumen, dass diesmal alles klappt!

 

René und Monique

 

 
Blutige Rituale PDF Drucken
Samstag, 12. Dezember 2009 um 10:26 Uhr
Totenzeremonie - furneral4 Die Tage rennen nur so dahin und wir kommen kein bischen weiter, denn im Nachtbus nach Tana Toraja gibt es keinen freien Platz mehr. Nach dem Abklappern sämlicher Busgesellschafen bleibt uns keine andere Wahl: wir müssen noch eine weitere Nacht im herunergekommenen Makassar bleiben. Morgen ist muslimischer Feiertag und alle wollen zu ihren Familien - deshalb der volle Bus.

Am nächsen Tag fahren wir auf recht holprigen Strassen mit einem Schnitt von 30 kmh die über 300km ins Hochland. In der kleinen Touristenstadt Rantepao finden wir eine Bleibe für die nächsten zwei Nächte. Am Morgen treffen wir auf einen deutschen Arzt und einen Holländer.
Mit ihnen wollen wir heute unser erstes Reiseglück in Indonesien teilen: zufällig findet genau an diesem Tag eine traditionelle Todesfeier der Toraja (Stamm hier im Hochland) statt. Diese Feiern sind sonst nur im Sommer.

Im Pickup geht's auf ausgefahrenen Schlaglochwegen zu den verwinkeltsten Dörfern. Das letzte Stück zu fuss ist eindrücklich: Reisfelder bedecken die Landschaft, traditionelle Häuser stehen am Wegesrand, Wasserbüffel weiden friedlich. Doch die Idylle trügt. Schon von weitem hören wir gequältes Quicken der Schweine und am Dorfeingang begegnen uns hunderte neugierige Blicke. Auch der tote Blick eines blutigen Büffelschädels am Wegesrand.

Totenzeremonie - furneral8 Vor etwa 2 Jahren ist ein Toraja aus diesem Dorf gestorben. Die Familie hat seitdem ihr Geld gespart um die 4tägige Feier halten zu können. 75 Schweine und 2 Büffel weden allein heute abgeschlachtet. Das Fleisch wird in Bambus über offenem Feuer über Std. Gegart und anschliessend an die mind. 300 Gäste verteilt. Der Tote liegt mumifiziert in einem der Häuser und wird nach dem Fest in einem Hänge- oder Höhlengrab seine letzte Ruhe finden.

Unheimlich viele Eindrücke stürmen auf uns ein: ein mit Blut getränkter Festplatz auf dem Schweine an Bambusstangen liegen. Hunderte Leute mit Jeans und Bascape, mit tradtionellen Gewändern oder typischen Strohhüten. Sogar ein Mann in Lendenschurz. 
Alle sind für diese Feier aus ganz Indonesien angereist. Wir dürfen uns zu den Gastgebern setzen und bekommen das frischste Schweinefleisch aus dem Bambusrohr. Mich wundert es, dass ich überhaupt was essen kann. Später wird noch ein Büffel geschlachtet: angebunden an eine Palme, Kehle durschneiden und fertig.
Der Büffel ist das Statussymbol der Toraja. Einer kostet tw. Mehr als ein Kleinwagen und je mehr geschlachtet werden, desto höher ist der Status des Toten.

Leider sprengt die nähere Ausführung des Festes hier jeden Rahmen. Deshalb hier ein Link für alle wissbegierigen: Link

Den nächsten Tag geniessen wir auf einem geliehenen Moped. An den Linksverkehr haben wir uns bereits gewöhnt. Die Fahrt geht zu verschiedenen Gräbern - Schädel liegen in Höhlen und zerbrochene Särge stehen zwischen Tropfsteinen. Eine recht lieblose Bestattung in unseren Augen. Ein heftiges Gewitter erwischt uns am Nachmittag auf einer schönen Bergstrasse. Bereits am Abend steigen wir schon wieder in den Bus nach Makassar.

Schon während der langen Fahrt ist mir ziemlich schlecht. Die Hitze in Makassar bringt Kreislaufprobleme dazu und ich fühle mich kaum in der Lage bis zur Fähre zu kommen. Auf keinen Fall will ich länger hier bleiben - deshalb gehen wir doch an board. Erbrechen und Durchfall legen sich langsam. Am Abend dann Fieber. Wir sind die einzigen Ausländer auf der Fähre, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Jeder will aufs Bild, wenn René gerade mal wieder Modell stehen muss. Trotz Sprachbarriere sind die Leute extrem gesprächig, neugierig. V.a. Die Kinder.
Über Nacht erwischt es René dann recht heftig mit dem selben Sympomen. Wieder sind es die Kinder die im Raum stehen als ein Krankenpfleger Antibiotika aus dem Schrank holt.

Sosehr uns die Neugier und das ständige 'Hello mister' nerven - wir können es Ihnen nicht übel nehmen. Wir sind wirklich exotische Fische an Board und auch in den folgenden Tagen werden wir Sprachdefizite im Indonesisch und Kulturunterschiede immer wieder spühren.

Höhen und Tiefen gehen fortan hand in hand: richtiges Reiseglück und das lang ersehnte Ausspannen am Strand lassen jedoch auf sich warten.
Als unsere Fähre nach 20 Std auf der Insel Buton in Bau-Bau ankommt, müssen wir in einem extrem teuren Hotel einchecken, da es das einzige mit Klimaanlage ist. Auch hier spricht man kaum ein Wort englisch. Die Zimmer liegen bei fast 30 Euro, sind mit allerlei Krabbeltieren bevölkert und dreckig. Am nächsten Morgen geht's René besser und dafür mir wieder schlecht. Es ist zum verzweifeln.

Gewiiter ueber Bau-Bau Schliesslich machen wir einen einfachen Holzbungalow ausfindig. Wir geniessen die fantastische Aussicht auf die vorgelagerten Inseln und türkisblaues Meer. Der Wind kühlt die gefühle Temperatur auf 30 Grad herrunter. Am 1. Dezember 2009. Langsam geht's uns besser und wir harren der, hoffentlich positiven Dinge, die da kommen... Zum Beispiel dem Gecko, der da gerade über René spazieren geht...

Monique

 
Kreuz und Quer durch Sued-Sulawesi PDF Drucken
Samstag, 12. Dezember 2009 um 10:37 Uhr
 

Essenseinladung am Nirwana Beach- invitation for lunch Mit dem Moped erkunden wir die Insel Buton am südöslichsten Zipfel von Sulawesi. Am Nirvana-Beach verbreitet das türkisblaue Wasser Urlaubsatmosphäre. Nach 100 Fotos und viel Gestikulieren werden wir von einer muslimischen Grossfamilie zum Essen eingeladen: Kokosmilchsuppe mit undefinierbaren Zutaten und extrem scharfes Hühnchen. Grosse braune Kinderagen schauen auf meine Tauchbrille und ich gehe mit den Kindern ein wenig schnorcheln.

Wärend der Fahrt grüsst uns jeder. Überall ein Lächeln. So langsam leben wir uns ein.

Trotzdem gleichen die nächsten Tage mehr einer Flucht und haben nur wenig mit langsamen Reisen zu tun. Die Preise sprengen unser Budget... Per Schnellboot gelangen wir wieder nach Sulawesi. Von der Hafenstadt Kendari nehmen wir ein Kijang (Van, vollgepackt mit 10 Leuten) nach Kolaka. Die Fahrt wird zum Abenteuer: ein suizidgefährdeter Fahrer brettert die Kurvenreiche Strecke mit Höchstgeschwindigkeit entlang. Gurte funkionieren nicht und ich suche mir die Sitzpostion, in welcher ich bei einem Unfall den wenigsten Schaden davonrage. Mit zittrigen Beinen steigen wir nach 5 Stunden aus und danken für ein 2. Leben...

Die Nachtfähre von Kolaka nach Watampone ist vollgepackt mit Menschen. Unser Sitzplatz ist der meistbesuchteste - jeder erfährt, dass wir auf Hochzeitsreise sind (keine Angst!). Dies erklärt am ehesten, weshalb wir keine Kinder haben... Glückwünsche von allen Seiten. Wenn die wüssten... Am Abend kommt eine Schiffsoffizierin zu uns und lädt uns auf die Brücke der Riesenfähre ein. Es ist beeindrckend: nicht nur die Aussicht auf die Inseln im Abendlicht. Auch der Fakt, dass komplett per Kompass navigiert wird. Fortan geniessen wir super-VIP Status. Wir dürfen auf einem weichen Sofa im Brückenraum, zusammen mit der Crew, nächtigen. Ein fantastischer Sernenhimmel und interessante Gespräche mit den Ranghöchsten, machen diese Nacht unvergesslich.

Auf dem Schiff treffe ich auf eine sehr alte Frau in einem rosa Gewand. Ihr Rücken ist krumm, das Gesicht faltig. Doch ihre Augen strahlen freudig und voller Güte als sie wortlos meine Hand nimmt und auf ihr Herz drückt. Das Erlebnis hinterlässt einen tiefen Eindruck bei mir. Die Menschen sind es wieder einmal, die diese Reise so sehr wertvoll für uns machen.

Monique am Strand in Pantai Bira - at the beach of Pantai Bira Nach weiteren Stunden Fahrt im Auto und Pede-Pede (Sammelaxi) gelangen wir nach Panai Bira. Hier verbringen die wohlverdienten Ferien mit schnorcheln, relaxen, Monique's Geburtstag feiern und treffen auf interessante Menschen. Mit einem italienischen Ehepaar machen wir Qi Gong im Sonnenntergang am Strand. Unser Gastgeber gibt uns eine andere Sichtweise des Islam mit auf den Weg, so dass wir nicht mehr ganz so genervt sind, wenn am Morgen um 4 Uhr die Lausprecher der Minarette ertönen...

Schon in bald ist unsere Zeit in Indonesien vorrüber. Trotz eines schwierigen Starts, wird uns dieser Teil unserer Reise noch lang im Gedächtnis bleiben. Wir haben viel gelernt hier (z.B. das man nie irgendewas erwarten darf - sei es vom Essen oder allen anderen Lebenslagen). Einen tiefen Eindruck hat die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen hinterlassen. Aber auch die Armut und Müllberge am Strassenrand. Die Reise durch Indonesien war wohl die intensivste, die wir bisher erleben durften.

Monique