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Australien / Western Australia
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Abenteuer in den Kimberleys PDF Drucken
Dienstag, 08. Juni 2010 um 06:39 Uhr

01 Willkommen in - Western Australia Wir passieren die Grenze zu Western Australia und werden begruesst mit den ersten Boab-baeumen. Mit ihrem dicken, eifoermigen Stamm sind sie das Wahrzeichen der Kimerleys - auch bekannt als die letzte Wildnis Australiens. Hier, im Nordwesten, kann man noch richtige Abenteuer erleben...

Kurvenreich schlaengelt sich die Strasse vorbei an roten, mit Spinifex bewachsenen Bergen. Ich drossele das Tempo, um die herbe Schoenheit der Natur vollends in mich aufzusaugen. Unser Ziel ist der Lake Argyle. Ein Stausee, der wie ein Krake in den Bergen der Kimberleys liegt.

Wir springen in den Swimmingpool des des Zeltplatzes. Der Pool liegt hoch ueber dem See und wir geniessen den einmaligen Ausblick.

05 an der Angel-on the hook Wir fahren zum Fusse des Staudamms, um es mal wieder mit Angeln zu probieren. Ein paar Angler versuchen bereits ihr Glueck und auch zwei Suesswasserkrokodile doesen im Wasser. Ich werfe meine Handleine mit dem Plastikfisch ins Wasser. Viel Hoffnung mache ich mir allerdings nicht, wenn ich die anderen, erfolglosen so stehen sehe, mit ihrem hightech Equipment. Doch was ist das - ploetzlich zieht es an der Leine. Ich rufe Monique zu: „ Ich hab einen, hohl die Kamera raus“. Langsam hohle ich die Leine ein und gehe ein Stueck vom Ufer weg - vielleicht hat ja auch ein Krok angebissen - man kann ja nie wissen.

Es ist tatsaechlich ein Fisch. Doch - welch Ueberraschung - da kommt direkt ein Krok hinterher geschwommen. Jetzt geht alles ganz schnell: Ich gehe weiter vom Wasser weg den Fisch noch immer an der Leine; einige Meter von mir entfernt. Das Krokodil kommt auch aus dem Wasser und hat nur noch Augen fuer den Fisch. Ein beeindruckendes Tier mit seinen zwei Metern Koerperlaenge und den vielen spitzen Zaehnen. Monique schreit mir zu: „Lass die Leine los und lauf!“. Ich denk ja gar nicht dran. Das ist mein Fisch und auch noch der erste, den ich je gefangen habe. In dem Moment schnappt sich das Krokodil den Fisch mit Koeder und Haken. Nun habe ich es an der Leine. Jetzt kommen auch die anderen Angler angelaufen und schauen sich das Schauspiel an. Auch in Australien sieht man nicht alle Tage, das einer ein Krokodil angelt.

Ich denke jetzt nur noch daran, dass es keine gute Idee ist, wenn das Krokodil den Haken frisst und so ziehe an der Leine bis diese reisst. Der Kluegere gibt eben nach. Zufrieden und satt liegt das Krokodil nun am Ufer und ist bereit zum Fotoshooting. Wir haben es aus dem Wasser bekommen, was wir ja die ganze Zeit wollten. Nach dem es dies brav absolviert hat laesst es sich wieder ins Wasser gleiten. Die Angler versichern mir noch, dass die starke Magensaeure des Krokodils, den Haken zersetzen wird.

Im Gegensatz zu Salzwasserkrokodilen werden Suesswasserkrokodile dem Menschen zum Glueck kaum gefahrlich, da dieser nicht auf ihrer Beuteliste steht.

09 Wasserdurchfahrt-water crossing Wir fahren noch tiefer in die Kimberleys hinein und finden uns auf einem Parkplatz, am Eingang zu den Bungle Bungle’s wieder. 53km harte Gelaendepiste sind es von hier bis in dieses malerische Gebiet, welches erst vor ca. 30Jahren entdeckt wurde und heute auf der Liste der Unesco Weltnaturerbe steht. Wir fragen herum, ob wir es mit den Bikes schaffen koennten. Wegen des Regens der letzten Zeit ist der Weg erst seit zwei Tagen wieder offen. Aber auch jetzt gibt es noch 2 Wasserdurchfahrten, welche einen halben Meter tief sind. Das koennte knapp werden. Aber wer nicht wagt der nicht gewinnt.

Mit maximal 20km/h schleichen wir den Weg entlang. Mehr ist nicht drin, sonst fliegen uns die Bikes auseinander. Nach ca. 35km und 3Stunden stehen wir unglaeubig vor der ersten Querung: ca. 30m lang und tiefbraunes Wasser. Nicht gerade einladend um durch zu waten. Da es ringsherum nur leicht schlammig ist, habe ich die kuehne Idee, das Wasserloch einfach zu umfahren. Fast geschafft, steckt die Maschine aber fest. Wir versuchen es mit Schieben und der Schweiss laeuft in Stroemen. Wie vom Himmel geschickt haelt ein Auto. Das Paaerchen fragt gar nicht erst, ob wir Hilfe brauchen, sondern packt einfach mit an. Barfuss waten sie durch den Schlamm und zu viert bekommen wir die Maschine frei. Ich gehe durch das Wasser zurueck und das Nass schwabbt mir in die Stiefel. Wie in Trance setze ich mich auf Moniques Bike fahre los. Ich erwische die tiefere Spur und das Wasser kratzt am Lufteinlass. Jetzt nur nicht einen der vielen Steinbrocken im Wasser erwischen! Es glueckt. Ich bin durch und hoere hinter mir den Applaus der Helfer. Ein grossartiges Gefuehl. Sie geben uns noch mit auf dem Weg, dass die zweite Durchfahrt noch tiefer ist. Wir werden sehen...

Kurz vorher haelt ein Farmer. Er will uns helfen und kommt mit zum Fluss. Schon zieht er seine Schuhe aus und watet durchs Wasser, um zu sehen ob es ueberhaupt moeglich ist, die Bikes da durch zu bringen. Als ich fast durch bin, sackt das Hinterrad weg. Die Maschine ist zu schwer fuer den Sand und graebt sich ein. Das Ruecklicht haengt bereits immer Wasser und der Motor faengt an zu hussten. Jetzt nur kein Wasser schlucken, sonst ist alles vorbei. Aber mit vereinten Kraeften bekommen wir es wieder frei und zum anderen Ufer. Bei Moniques Maschine sind wir dann schlauer und ich schiebe es mit Motorenhilfe durch. Wir brauchen nun ersteinmal eine Pause und kippen das Wasser aus den Stiefeln.

17 in den Bungle Bungles Bis zum Nationalpark ist es nun nur noch ein Katzensprung. Unterwegs begegnet uns nun immer wieder unglaeubiges Kopfschuetteln oder es wird mit Daumen hoch gegruesst. Am naechsten Tag lassen wir uns nochmals auf der Waschbrettpiste durchschuetteln bevor es im Schleudergang ueber den Sand geht. Aber dann sehen wir endlich den Lohn

fuer unsere Muehen - die Bungle Bungle’s. Dies sind Felsen, die aussehen wie gestreifte Bienenkoerbe und bis zu 200m hoch sind. Gigantische Schluchten durchziehen das System, in denen das Sonnenlicht die Waende orange faerbt. Die Reflektionen spiegeln sich mannigfach in glasklaren Wasserloechern... Eine einmalige Landschaft, die die Reise wert war!

Der Rueckweg glueckt auch. Nun haben wir ersteinmal genug Dreck gesehen und fahren den restlichen Weg nach Broome auf Asphalt.

Am 7.6.2010 erreichen wir die Westkueste Australiens. Nun geht es wieder in Richtung Sueden und noch eine Menge schoene Flecken liegen vor uns. Geplante Stecke ist ueber Port Hedland (Arbeitssuche) nach Tom Price und in den Karinjini NP.

Wusstet ihr uebrigens schon, dass WA acht mal so gross ist wie Deutschland und damit der groesste Staat Australiens ist?

Rene

 

 
Steinzeit PDF Drucken
Dienstag, 22. Juni 2010 um 02:26 Uhr

05 Pilberaregion “Das ist jetzt aber wirklich eindrucksvoll” stellt Rene fest, als wir uns den Weg in die erste Schlucht des Karinjini NP bahnen. Und ja - es ist phantastisch! Die tollsten Farben spiegeln sich in den 100m hohen Felswaenden um uns herum. Sie variieren von hellem Gelb ueber Orange und dunklem Rot bis hin zu intensivem Violett. Definitiv einer der schoensten Plaetze Australiens.

Stundenlang wandern wir durch das steinige Terrain und koennen immer wieder mit noch schoeneren Plaetzen rechnen. Der Lichteinfall in die Schlucht gibt dem Wasser ein intensives, metallisches Aussehen. Wie fluessiges Gold fliesst es durch die purpur rote Schlucht. Auf polierten Felsplatten klettern wir immer tiefer hinein in den engen Schluchtenkanal und am Ende haengen wir wie Spinnen zwischen den Felswaenden. Unter uns schiesst das Wasser durch einen schluepfrigen Kanal. Jetzt nur nicht abrutschen! Am Ende erwartet uns ein tuerkiser Wasserpool, umgeben von steilen, hohen Felswaenden. Als das eisige Wasser sich um uns schliesst, halten wir die Luft an - vor lauter eiskalter Naturschoenheit!

12 wie eine Spinne - like a spider Innerhalb des naechsten Tages erkunden wir noch mehr Schluchten und Plaetze in diesem beeindruckenden Teil Australiens - mitten in der Pilbara. Hier trifft man auf die hoechste Konzentration an Eisenerz weltweit. Reisige Minen fuellen Eisenerz-zuege (mit 200 Waggons und 4 Loks). Von hier wird das Erz in die wichtigen Umschlaghaefen Port Hedland und Karatha transportiert. Es ist die Schatzkammer des fuenften Kontinents - auch riesige Oel- und Gasvorkommen machen diesem Namen alle Ehre.

Aber das Hierher-Kommen ist harte Arbeit - ein “Umweg” von ca 600km plus eine sehr rauhe Wellblech-Schotterpiste im NP verlangen einen hohen Preis, den dieser aber wert ist! Der rote Staub deckt uns komplett ein, wenn Autos uns zu schnell uebrholen. Wir atmen ihn ein, bekommen ihn in Augen. Die Autofahrer koennen sich nur selten vorstellen, dass wir kein Glas um uns herum haben, das uns vor Staub. Auch Gerueche zaehlen dazu, denn der Verwesungsgeruch toter Kaengurus und Rinder wird unertraeglich auf der Fahrt in Richtung Kueste. Ich taufe den Abschnitt “Todeshighway”, da auf jeden km ein bis zwei tote Tiere kommen. Der suessliche Geruch geht uns auf den Magen. Wir haben noch nie so viel totes Wild gesehen!

21 Pilbara Unsere Reise durch leeres Land mit einer Menge Nichts - d.h. keine Haus, kein Mensch die letzten 300km - endet in Exmouth. Unser Feriendomizil. Es wird hoechste Zeit fuer uns einmal Ferien von den Ferien zu machen. Ob ihr es glaubt oder nicht: Reisen ist manchmal anstrengender als Arbeitsalltag... Walhaie, Buckelwale und Mantarochen geben sich derzeit ein Stelldichein unterwasser und es verspricht eine tolle Zeit zu werden. Schnorchelsachen haben sogar noch mit auf die Motorraeder gepasst...

Dannach werden wir weiter nach Coral Bay und Shark Bay fahren - um noch mehr zu schnorcheln und zu relaxen!

Wusstet ihr eigentlich schon, dass die Bodentemperatur in der Pilbara mehr als 75 Grad im Sommer erreichen kann? Gut, dass wir im Winter hier sind...

Monique

 

 

 

 
Abgetaucht PDF Drucken
Freitag, 09. Juli 2010 um 06:32 Uhr

01 Ferien - Hollidays Es ist 5Uhr. Stockdunkle Nacht umgibt uns, als wir uns zaehneklappernd auf der Honda durch den Morgen pirschen. Das ist also der Beginn unserer “Ferien von den Ferien”... Irgendwas haben wir da wohl missverstanden. Endlich kommt das Rangerbuero in Sicht. Und mit ihm eine Schlange von bereits sieben Autos! Alle wollen das selbe wie wir: einen Platz auf dem ausgebuchten NP-Camp ergattern.

Wir warten 3 Stunden und haben das Glueck, einen der wenigen freien Plaetze zu erwischen. Wir teilen unseren kleinen Flecken mit Andrja aus Deutschland. In den folgenden Tagen finden wir in ihr eine angenehme Reisebegleitung. Und wir haben die Chance, den Luxus eines Autos zu geniessen - das erste Mal seit 7 Monaten!

09 paradies - paradise Dann beginnen die endlos schoenen Tage: gespickt mit Sonne ueber dem katalog-tuerkisblauem Meer und weissem, feinen Sandstrand. Die Wassertemperturen erlauben uns keine Ewigkeit zu schnorcheln - bei 21Grad schwimmen wir doch recht zuegig. Delphine besuchen die Bucht, wir sehen die riesigen Blasfontaenen von Buckelwalen. Ich bin ganz entzueckt von einem Feuerfisch und den herrlichen Korallen und Fischschwaermen dieser fantastischen Unterwasserwelt. Ein Oktopus wechselt blitzschnell die Farbe von Rot zu Grellgelb und wieder zu einem Braun. Beeindruck bleiben die zwei Eindringlinge mit der blauen Tauchmaske und den Riesenflossen ueber ihm stehen, bis es ihnen zu kalt wird... Walhaie sehen wir leider keine, da die Touren masslos ueberteuert sind.

05 Clownfish -Nemo So vergeht die Zeit wie im Fluge. Nach einer Woche wird uns der allabendliche Wind zu kalt, das Essen geht aus und wir fahren zurueck nach Exmouth. Oelwechsel-Plficht ruft den Mechaniker auf den Plan. Wieder ein Tag vergeht mit Motorrad-Ueberholung bevor wir wieder “back on the road” sind. Fast 14 Tage hat uns dieser schoene Flecken festgehalten.

Coral Bay ist ein quirliges Touristen-Kaff. Einen Tag nach unserer Ankunft finden wir uns auf einem kleinen Boot wieder und schnorcheln durchs Ningaloo-Riff. Etwa 10 Riffhaie lassen sich von Putzerfischen das Maul saeubern (diesem Job wuerde ich persoenlich nicht vertrauen...). Sie schwimmen gemaechlich unter der Gruppe stark beeindruckter Schnorchler hindurch. Ein Highlight jagt das naechste: rieisge Schildkroeten und braun-weisse Delphine tauchen neben dem Boot auf. Zwei Buckelwale zeigen ihre maechtigen Ruecken und Finnen den stauneneden Zuschaueraugen. Wir begleiten ihre Reise ein Stiueck gen Norden, dann drehen wir ab, um mit Mantarochen zu schnorcheln.

Das Wort “Manta” kommt aus dem Spanischen und heisst “Mantel” oder “Decke” uebersetzt. Und genauso gleiten diese, bis 8m Fluegelspanne messenden Rochen, ueber den Meeresboden unter uns. Auf einen “Fluegelschlag” von ihnen kommen 20 Flossenschlaege von uns. Ein Traum meiner Kindheit erfuellt sich - Mantarochen zu sehen.

19 bei Shark Bay - close to Shark Bay Nach so viel Unterwasserwelt und Entspannung fahren wir wetier nach Carnarvon. Es ist bereits Anfang Juli. Die eigentliche Ernte von allerhand Gemuese und Obst zu dieser Jahreszeit hier faellt sehr spaerlich aus dieses Jahr. Somit gibt es wieder keien Arbeit fuer uns... Das UNESCO-Weltnaturerbe bei Shark Bay heisst uns mit einem ewig langem Beach aus Muscheln willkommen, die sich bis 5 Meter dick um die Meerwassergenze auftuermen. Die Gewaesser hier beherbergen auch uraltes Leben: Stromatoliten sind die ersten Lebewesen auf der Erde gewesen und hier, in den geschuetzten Gewaessern, haben sie die Jahrtausende ueberstanden. Sie erzeugen Sauerstoff, der das Leben auf unserem Planeten ueberhaupt erst ermoeglichte.

Wir setzten unsere Reise nun doch in den Winter fort: Kalbarri an der Kueste, dann Geraldton und schliesslich Perth warten auf unseren Besuch. Von dort gibt es dann wieder das Neuste aus der Welt der Bikepacker... Lasst euch ueberraschen!

Wusstet ihr eigentlich schon, dass Wasserschildkroeten einen extra-leichen Panzer haben und ihre Koepfe zu gross sind, um im den Panzer Platz zu haben?

Monique

 

 
Ab ins Gruene PDF Drucken
Mittwoch, 21. Juli 2010 um 02:06 Uhr

  09 Camping in den Duenen - dune camping Am 8. Juli 2010 schreibe ich folgende Zeilen ins Tagebuch: “Mein Tacho zeigt 22765km unserer Reise, als wir das erste Mal wieder ein gruenes Feld sehen. Ich haette nie gedacht, dass der Anblick Gaensehaut und Freudenschreie verursachen koennte! Nur gut, dass die Kinnlade im Helm nicht herunterfallen kann... Der Landschaftswechsel kommt abrupt: ploetzlich gibt es Nadelbaeume, Felder und KURVEN! Es riecht nach Sommerregen. Diesen Duft werde ich nie vergessen... Es ist zu lange her.  Fast 4 Monate Sonne, Hitze, Wueste. Rund 12.000km Fahrt durch die grosse Leere des Australischen Kontinents mit Sonne, die einem das Gehirn zu schmelzen scheint. Staub. Gereiztheit. Glasklare Sternennaechte und riesige Temperaturunterschiede. Teilweise 40 Liter Wasser sind auf den Bikes zu transportieren. Und es gibt wieder Wolken: Dick uns schwer haengen sie am Himmel, verkuenden den australischen Winter und  sorgen fuer spektakulaeres Licht. Wir fuehren einen Freudentanz auf dem naechsten Parkplatz auf - wir haben das Outback hinter uns!”. 

01 stuermisch - stormy Noch am selben Tag sollen wir den Winter von seiner hefigsten Seite erleben: vier Meter hoehe Wellen tuermen sich an der Steilkueste von Kalbarri auf. Der heulende Sturm tobt mit bis zu 100km/h die ganze Nacht, deckt Daecher ab und schmeisst die Honda um. Wir sind froh, dass wir das erste Mal seit 119 Tagen wieder ein Bett zum Schlafen haben und ein Dach ueber dem Kopf! Phil hat uns fuer zwei Tage bei sich aufgenommen und wir verbringen die Zeit mit Geschichten erzaehlen und dem sehr spannenden Planen unserer weiteren Reise. Doch dazu in einem anderen Bericht...  

03 Grenzuebertritt - boarder crossing Wer von euch wusste eigentlich, dass in Australien ein eigenstaendiges Land existiert (vergleichbar mit Monaco)? Keiner? Wir auch nicht. Umso ueberraschter sind wir, als wir 100km noerdlich von Geraldton, die Grenze zum Fuerstentum Hutt River passieren. Es ist nicht mehr als eine Weizenfarm am Rande des Outback und hat 30 permanente Bewohner und ca. 130.000 Staatsbuerger weltweit. Prinzessin Shirley (eine bejahrte Frau in Strickjacke) steht hinterm Postthresen, der auch als Staatsbuero dient. Hier kann man Reisepaesse (Leute haben damit wirklich schon Grenzuebertritte gemeistert), eigenes Geld und Briefmarken des 1970 gegruendeten Fuerstentums erwerben. Wir bekommen einen Visumstempel in den Pass. Prinz Leonard schuettelt uns die Hand und fuehrt uns durchs Staatsmuseum: alle Auslandsgeschenke sind hier zu sehen. Auch ein Stueck Berliner Mauer ist dabei! Die Staatskarosse steht unterm Segeltuch im Garten und ist ein Geschenk der australischen Regierung. Sogar eine Kriegserklaerung an Australien hat Hutt River gemacht - zur Anerkennung des Fuerstentums als eigenstaendiges Land. Diese ist natuerlich nie angenommen wurden und so weiss auch heute kaum jemand von diesem einmaligen, liebevollen Flecken hier im Nirgendwo. Rene befindet es als eindeutig liebenswuerdigstes Land, das wir je durchquert haben! 

13 Pinnacle Desert  Nach so viel Hinterland erwartet uns Arbeit: wir fahren zum Weinreben verschneiden in den Sueden gen Margret River. Wir hechten entlang der Kueste und durch die gelbe, sandige Ebene der Pinnacle Desert bis Perth. Der Job beginnt schon in einigen Tagen und es sind noch eine Menge Kilometer zu fahren... Wir machen Zwischenstation bei Debra und Peter. Sie haben eigens fuer uns eine Familienfeier mit Holzofenpizza-backen organisiert. Hier lernen wir Ann kennen, die eine Schaffarm besitzt. Sie bietet uns an, auf ihrer Farm mit Seeblick zu arbeiten. So sagen wir das Weinverschneiden ab und machen uns am 17.7. nach Bindoon auf (eine Std noerdlich von Perth). Es gefaellt uns ausgezeichnet und wir werden wohl eine Weile bleiben... 

Wusstet ihr schon, dass das Grundwasser Westaustraliens sehr salzhaltig ist aufgrund von vielen Salzseen in der Wueste? Deshalb kann haeufig nur Regenwasser zum Trinken genutzt werden. Allerdings regnet es nur selten... 

Monique   

 
ArbeitsReich PDF Drucken
Montag, 02. August 2010 um 07:54 Uhr

10 Anns Haus - Anns home Vor zwei Wochen lernten wir Ann kennen. Sie hat eine 700 Ar grosse Schaffarm, eine Autostunde noerdlich von Perth und brauchte dringend jemanden, der mit anpackt. Hier war sie endlich - die Arbeit nach der wir so lange gesucht hatten.

Wir leben in einem Dongar (Unterkunft-scontainer, der sonst in Mienen genutzt wird), der erstaunlich wohnlich ist. Der Blick von der Terrasse ergiesst sich in ein Tal aus gruenen Huegeln mit Schafen und einem herrlichen See. Fruehstueck mit Kaengurus wird auch bei uns zur Realitaet: Gross und Rot springt es am Morgen auf unserer Terrasse auf und nieder - jagd einem Pfau hinterher und laesst sich sogar streicheln.

08 Kakadu Susi Die Temperaturen sind wie geschaffen zur Arbeit: bei 17 Grad geht das Sandschaufeln, Zaunbauen und Betonieren gut von der Hand. Durch den Busch kreischt die Kettensaege, mit der wir Straeucher stutzen und Feuerholz machen. Der Emu des Hauses hat aber dann doch etwas dagegen, als wir das Holz in seinem Gehege deponieren wollen. Mit zwei Meter grossen Voegeln legen wir uns dann doch lieber nicht an... Aber auch die kleinen Tiere koennen ganz schoen anstrengend sein. So wie der Rosakopf-kakadu Susi. Als wir ein Dach in einer Voliaere reparieren huepft Sie staendig vor unserer Nase herum und versucht zu zwicken.

Das ungewohnte Dach ueber dem Kopf und das weiche Bett birgt auch einige Tuecken: Schon nach wenigen Tagen liege ich, und in der zweiten Woche dann auch Monique, mit einer Erkaeltung im Bett. Dies verlaengert unseren Aufenthalt an diesem schoenen Flecken auf 14 Tage. Es ist die laengste Zeit an einem Platz, seitdem wir unsere Reise vor neun Monaten gestartet haben.

Ann ist sehr stark im Naturschutz engagiert und kuemmert sich vor allem um verletzte Tiere. Zur Zeit hat sie gerade ein kleines Kaenguru, ein Joey, zur Pflege. Dieses hat seine Mutter verloren und braucht nun, wie sein Spielkamerad, ein kleines Laemmchen, 4 mal taeglich die Flasche.

12 giftige Tiger Snake Ich bin zu Gast bei Leigh und Khym. Die beiden haben sich dem Tierschutz der westaustralischen Schlangen verschrieben. Bereits nach 5 Minuten habe eine kleine Schlange in der Hand. Die Schlangen werden immer groesser und kurz darauf haengt mir eine 3 Meter lange und 7 Kilo schwere Python um den Hals. Es ist immer wieder faszinierend fuer mich, solch einen gewaltigen Muskel zu spueren. Da ich selbst Schlangen und Reptilien gehalten habe bin sehr interessiert diese aus der Naehe zu sehen. Australien ist ja vor allem fuer seine Giftschlangen bekannt. Und da kommt auch schon Leigh mit einer ins Wohnzimmer. Er haelt eine knapp 2 Meter lange King Brown Snake am Schwanz und dirigiert sie mit einem Haken. Ich gehe respektvoll auf Abstand - hat sie doch mit das meiste Gift von allen Schlangen. Nicht gerade ungefahrlich, was er da tut. Doch er in acht Jahren noch nicht gebissen wurden und scheint zu wissen, was er da macht. Auf der Terasse warten schon ungeduldig eine handvoll Kaengurus auf ihre abendliche Ration Futter. Alle wurden hier grossgezogen und dann, mehr oder weniger, ausgewildert. Rings ums Haus verteilt finde ich noch diverse Voegel, Schildkroeten und weitere Reptilien. Ich fuehle mich, wie in einem grossen Zoo. Auf die Frage: Wie viele Tiere sind es denn? kann Leigh mir keine Antwort geben. Ein wohl unvergesslicher Besuch...

17 Erfindergeist Andrew - place for inventions Auf dem Gebiet der Farm wohnt auch Ann’s Sohn Andrew mit seiner Frau Roslyn. Auch fuer die beiden duerfen wir arbeiten - errichten Natursteinmauern und erledigen kleine Arbeiten rund ums Haus. Andrew ist ein wahrer Erfindergeist. Er produziert beispielsweise seinen eigenen Oekodiesel aus alten Frittenfett. Damit wird dann auch das Haus geheizt. Roslyn bekocht uns sehr lecker, wodurch das Arbeiten doppelt Spass macht. Auch hier finden wir wieder typische Vertreter der australischen Tierwelt: Die Tochter hat zwei Possums. Diese nachtaktiven Beuteltiere klettern, wie unsere Eichhoernchen, liebend gern auf Baeumen herum und haben ein knuffiges Fell - wie Chinchillas. Diese beiden sollen heute (31.7.2010) neue Besitzer bekommen. Ein Flugzeug wird sie vom 500km entfernten Flugplatz abholen. Uns werden mal wieder die Dimensionen dieses riesigen Kontinents bewusst...Vorher muessen sie aber noch eingefangen werden. Eins nutzt eine kleine Unaufmerksamkeit und verschwindet auf den naechsten Baum. Auch alles Locken mit Futter hilft da nichts. Wir deponieren eine Box im Baum und hoffen, dass es seinen Weg in diese findet. Leider werden wir nicht erfahren, ob das Einfangen glueckt, da unsere Zeit auf der Farm nun schon vorbei ist. Mal sehen, ob wir noch Motorradfahren koennen.

Unser Weg wird uns nach Perth fuehren und anschliessend wollen wir den 133km langen Cape to Cape Wanderweg in der Margaret River Region laufen.

Wusstet ihr eigentlich, dass Possums so spitze Zaehne haben, dass sie problemlos Makadamia-Nuss-Schalen (eine der haertesten Nussschalen) knacken koennen?

Rene

 
Von Kap zu Kap PDF Drucken
Donnerstag, 19. August 2010 um 15:27 Uhr
04 surfer Wir stehen im Sushi-Restaurant in Dunsborough. Ich hoere mich fragen, ob sie eine Moeglichkeit haben, unsere Motorraeder unterzustellen. Die Kundin am Tresen bietet uns ihre Farm an, 5km von hier. Die Verkaeuferin wohnt auch gleich um die Ecke und wir koennen die Bikes auch bei ihr einstellen. So sind sie, die Australier. Unkompliziert. 

So starten wir bereites am 6. August zu einer der laengsten Wanderungen, die wir je gemacht haben. Der Cape to Cape Track fuehrt uns 135km vom Kap Naturaliste zum Kap Leeuwin bei Augusta - suedlich von Perth. Sieben Tage sind veranschlagt. Na dann mal los! Sogleich finden wir uns in einem einzigen Meer aus wild bluehenden Straeuchern und Blumen wieder. Der tuerikise Ozean steht in einem wunderbaren Kontrast zum Gelb, Weiss und Violett von Clematis und Orchideen. Am Ende unserer ersten Tagesetappe sehen wir einen Suedlichen Glattwal, wenige Meter vom Ufer entfernt. In den Wellen spielen Delphine... Paradiesisch.

09 fast Fruehling - nearly spring time Doch ganz so nett bleibt der Weg nicht. Der tollen Aussicht der ersten Tage folgt ein neun Stunden andauernder, schwerer Regen - verbunden mit 17 Stunden Dauerliegen im Zelt. Gut ausgeruht folgen die letzten und anstrengendsten Etappen: durch hohen Karriwald und entlang Kuestenklippen geht es weiter gen Sueden. Die Ruckesaecke wiegen von Tag zu Tag schwerer auf den Schultern. Ca. 25kg traegt jeder.

Der Abschnitt am 14. August leitet uns zum Ende - auch physisch gesehen. Wir starten die 27km Etappe bereits am Morgen - um 7 Uhr. Nach zwei Stunden kommt er dann - der Strand, dem wir 8 km durch weichen Sand folgen. Der schwere Regen beschert uns eine, vorher nicht da gewesene Wasserfurtung. Der Schwemmsand hier laesst uns bis zu den Knien im Sand verschwinden. Die Stroemung ist stark. Fast waere unser Weg hier gescheitert. Doch schliesslich finden wir eine Furtungsstelle. Danach folgt ein steiler Abhang oberhalb von tief ausgewaschenen Klippengestein, der noch einmal volle Konzentration fordert. Dann wieder weisser, weicher Sand. Der Leuchtturm des Kap kommt in Sicht und wir campieren - 40 Minuten vorm Ziel. Am naechsten Morgen haengt ein Regenbogen neben dem Leuchtturm - ein Willkommensgruss, der unsere Herzen hoeher schlagen laesst. Geschafft!

05 auf dem weg - on the track Wir trampen zurueck zu unserem Ausgangspunkt in Dunsborough. Ein wohlhabender Fotograf nimmt uns die ersten Kilometer mit. Danach sitzen wir im Klapperauto zweier Rucksackreisenden aus Finnland und Spanien. Ein Surfer-Papa bringt uns anschliessend genau bis vor die Tuer, wo unsere Bikes stehen. Nach acht Tagen gibt es hier dringend benoetigte Dusche... Am selben Tag noch starten wir durch weiter gen Sueden - erfreut ueber den Luxus des Motorradfahrens. Weinreben und gruene Felder, eingebettet zwischen den majestaetischen, hohen und fast weissen Karriwaeldern, bestimmen das romantische Landschaftsbild.

23 Tingel Baum - tingle tree Wir sind nun bereits in Albany - dem Sueden von Westaustralien. Unsere Reise um Australien neigt sich in grossen Schritten dem Ende entgegen. Bereits Anfang Oktober fliegen wir von Melbourne nach Tasmanien, wo wir 6 Wochen wandern und trampen werden. Doch grosse Distanzen trennen uns derzeit noch vom Ziel - Melbourne. Nach Esperance werden wir die Nullabor Plain queren und i.R. Adelaide fahren.

Wusstet ihr eigentlich schon, dass Karribaeume ueber 60m hoch - dreimal so hoch wie mancher Kirchturm - werden? Aufgrund ihrer Groesse werden sie zum Orten von Feuern bestiegen.

Monique

 

 
Wie weit ist endlos PDF Drucken
Montag, 30. August 2010 um 03:58 Uhr
10 Mitte der Nullabor Plain - in Eucla 27.8.2010: es wird empfindlich kalt als wir unsere Motorraeder an den Klippen der Steilkueste Suedaustraliens parken. Hier werden wir heute Nacht campieren - die erste Nacht im neuen Bundesstaat Suedaustralien. Die Kilometer heute waren endlos: durch nichts und wieder nichts. Die Nullarbor Plain, wie man die baumlose Ebene hier nennt, ist eine riesige Kalksteinplatte, die alles Wasser aufsaugt und die Vegetation von Baeumen unmoeglich macht. Nur niedriges Buschwerk erstreckt sich ueber Hunderte von Kilometern. Gestern sind sind wir das laengste Stueck gerade Strasse gefahren, dass Australien zu bieten hat: 146km ohne eine einzige Kurve.

Fragt man einen Fahrer hier, wohin er will, sagt er “Perth” - was 1435km entfernt liegt, oder “Melbourne” (1989km). Alles ist ganz normal. Und ungefaehr so, als ob jemand mal eben schnell von Berlin nach Madrid fahren will... Es gibt nicht viel nenneswertes dazwischen... Der Asphalt verschmilzt mit dem Himmel. Im Rueckspiegel das selbe lange Band wie vor uns. Man kann die Erdkruemmung sehen, so flach ist die Steppe. Doch die Strecke wird nicht unbedingt eintoenig: wir ueberholen mehrmals eine Gruppe von vier Oldtimern aus Neuseeland und stehen staunend am tuerkisen Meereswasser, wo sich mindestends zehn Wale mit ihren Kaelbern im Wasser tummeln. Gischt spritzt, als die Kaelber springen... Ein magisches Schauspiel.

18 biker unter sich - biker united Schliesslich treffen wir auf die Art Gruppe, die man hier, in diesen 1200km Nichts am wenigsten vermutet haette: drei Radfahrer kommen in Sicht. Wie eine Fatamorgana heben sie sich langsam vom Horizont ab. Ivo, den wir an der Westkueste schon getroffen haben, ist mit unter ihnen. Zusammen verbringen wir einen Lagerfeuerabend im Outback unter einer Sternendecke. Reisegeschichten machen die Runde: die anderen beiden sind gerade zurueck von einem Europa-Trip. Sie haben in Hamburg auf dem Weihnachtsmarkt gearbeitet, kennen sogar Woerter wie „lecker-schmecker“ und die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten. Der Abend ist kurzweilig und einer der schoensten, die wir auf unserer Reise erlebt haben. Wir alle sind uns einig: wir sind sehr froh, diesen Reise-Traum jetzt leben zu koennen. Jeder auf seine Weise.

15 springendes Kalb - breeching calf Die lange Strecke gibt uns viel Zeit zum Nachdenken: in den kalten Nachten der Nullarbor schweifen wir zurueck nach Esperance mit seinen schoenen Straenden und zu dem warmen Bett, was wir erst am 25.8. verlassen haben. Peter hat uns ein Dach ueber dem Kopf gegeben. Er ist fuenfzig und lebt den Australian Way Of Live: er ist Berufstaucher und taucht nach Muscheln, die er anschliessend nach Asien verkauft. Nur zwei Monate im Jahr muss er arbeiten, um sich einen soliden Lebensunterhalt zu verdienen...

Nach 1200km in nur vier Tagen (was wirklich schnell fuer uns ist) kommen wir zurueck in die Zivilisation - nach Ceduna. Von hier aus geht es nun weiter gen Adelaide. Da das Wetter nach wie vor sehr winterlich gemeldet ist, werden wir ziemlich direkt gen Suedaustraliens Hauptstadt fahren - mit einem kurzen Abstecher ins Inland: zu den Opalminen von Andamooka. Nur noch vier Wochen - der Countdown nach Melbourne laeuft...

Wusstet ihr eigentlich schon, dass Suedaustralien der trockendste Staat des fuenften Kontinents ist und so gross wie Deutschland, Oesterreicht und Frankreich zusammen?

Monique