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Australien / Victoria
Unser Reiseverlauf: 

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Start in Australien PDF Drucken
Donnerstag, 24. Dezember 2009 um 03:46 Uhr

01-erster Tag Melbourne - first day in Melbourne Zum vierten Mal auf dieser Reise sitzen wir im Flieger. Es geht von Makassar zurueck nach Kuala Lumpur (13.12.2009). Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir zurueck auf die Zeit in Indonesien. Ganz sicher werden wir die Freundlichkeit der Menschen und die schoenen Landschaften vermissen. Aber wir sind auch froh, dass dieser etwas chaotische Teil der Reise vorbei ist.

Zurueck in Kuala Lumpur haben wir nur einen Tag Zeit. Wir haben von einem kleinen Dschungel am Fusse des KL Towers gehoert und spazieren tatsaechlich um die Mittagszeit durch einen dichten Wald. Leider fressen uns die Muecken auf, so dass wir unseren Spaziergang sehr schnell beenden. Mit Mueckenschutz haetten wir sicherlich mitten in der Stadt ein paar Tiere beobachten koennen. Am Abend erreicht uns dann noch eine sehr gute Nachricht: wir haben fuer unsere erste Nacht in Melbourne ein Couchsurfing (Leute lassen andere Leute kostenlos bei sich uebernachten). Dies ist schon etwas besonderes, da wir erst nach Mitternacht in der City ankommen und unser Gastgeber wegen uns so lange aufbleiben muss.

Am naechsten Tag (15.12.2009) sind wir ziemlich aufgeregt, da es nun endlich nach Australien geht. >Wird mit den Motorraedern alles klar gehen? Klappt das mit der Uebernachtung? Was ist mit unserem Visum - wird das auch so problematisch wie in Indonessien? Sind unsere Schuhe und Sachen sauber genug, so dass wir auch durch die strenge Quarantaene kommen? <

Der Himmel ist tiefblau wie der Ozean und der Hochrizont leuchtet glutrot, als wir direkt ueber den Ayres Rock fliegen. Leider ist es schon zu dunkel, so dass wir nichts sehen. Wenig spaeter erwarten uns dann die Lichter der Skyline von Melbourne. Die Stadt ist riesig und flaechenmaessig eine der groessten der Welt. Beeindruckender kann der Anflug nicht sein, als wir 0:10h australischer Zeit auf dem roten Kontinent aufsetzen.

Am Flughafen geht alles so wie Australien eben ist: leicht und locker. Es gibt nur einen Stempel in den Pass alles andere ist im Computer... Auch bei der Quarantaene Kontrolle: no problems.

Im Taxi geht es dann zu Paul, unserem Couchsurfing-Gastgeber. Wir werden freundlich von einem Anfang-Fuenfziger empfangen. Er lebt allein in einer geraeumigen Wohnung, wo wir sogar ein Bett (statt der Couch) zum surfen (uebrenachten) bekommen. Am naechsten Tag fallen uns als erstes die Eukalypten auf, die hier zum Landschaftbild gehoeren wie in Deutschland Ahornbaeume. Vieles mehr zeugt davon, dass wir 'downunder' (in Australien) sind: die Tuerschloesser drehen andersrum, die Sonne geht am Tag ueber den Norden und der Mond nimmt andersrum ab und zu. 

Am naechsten Tag bekommen wir dann auch gleich denn Schluessel zu seiner Wohnung und machen uns auf den Weg in die City.  Wir sind beeindruckt von der Stadt. Die Wolkenkratzer hier sind zwar nicht so hoch wie in KL, dafuer ist es aber ein sehr harmonischer Mix zwischen alten und neuen Gebaeuden. Uns gefaellt Melbourne gleich auf anhieb. Wir sind zurueck in der westlichen Welt und geniessen dies in vollen Zuegen (endlich kein Reis mehr), allerdings schocken die Preise uns doch ziemlich. Es sind an diesem Tag 39 Grad und es stoert uns ueberhaupt nicht. Wir sind halt noch die Hitze von Indonessien gewoehnt. Ausser ein klein wenig Sightseeing wird an unserem ersten Tag nicht viel.

Am 17.12.2009 rufen wir gleich als erstes bei Schenker in Melbourne an, um etwas ueber den Verbleib unserer Motorraeder und das weitere Vorgehen zu erfahren. Das australische Englisch ist fuer uns noch sehr fremd und so ist die Kommunikation am Telefon recht schwierig. Wir erfahren, dass das Schiff morgen ankommen soll und sind voller Hoffnung die Motorraeder schnell zu bekommen. Mehr erfahren wir erstmal nicht.

In der Stadt kuemmern wir uns als erstes um eine Australische Handykarte um alles besser Koordinieren zu koennen. Zur Zulassungsstelle muessen wir 3x, um eine Erlaubniss fuer das Fahren unserer Motorraeder auf australischen Strassen zu erhalten. Zuerst will man uns ein Australisches Nummernschild geben, was fuer uns zu teuer ist. Beim zweiten Versuch akzeptiert man unsere Internationale Zulassung nicht und benoetigt die Uebersetzung unserer deutschen Zulassung. Diese kostet uns wieder eine Menge Zeit und Geld. Am 21.12.2009 bekommen wir dann bei unserem dritten Anlauf die Genehmigungen. Allerdings sind diese 5mal so teuer wie erwartet. Die Freude faellt deshalb recht verhalten aus.

Ihr fragt euch nun sicherlich: "Was ist eigentlich mit den Motorraedern?" Auf diese warten wir leider immer noch. Nach dem sich die Zusammenarbeit mit Schenker in Melbourne als recht schwierig herausgestellt hat, haben wir eine andere Firma beauftragt, die Motorraeder aus dem Hafen zu holen. Ein mehrtaegiger Computerausfall beim Australischen Zoll hat einen ziemlichen Stau verursacht. Ausserdem sind nun auch die Weihnachstfeiertage, so dass wir erst am Dienstag (29.12.2009) Neues erfahren werden. Drueckt die Daumen, dass es nicht mehr so lange dauert, da wir fuer die Zeit auch Hafengebuehren bezahlen muessen. Aber: "No worries" (Mach dir keine Sorgen) - das australische Lebensmotto...

Wir haben nun schon unser zweites Couchsurfing in Melbourne. Wir sind hier bei einer sehr netten Familie mit 2 Kindern und duerfen mit ihnen auch Weihnachten feiern. Das Haus ist in North Eltham - einem Vorort von Melbourne. Nur wenige km von hier waren im Februar diesen Jahres die verhehrenden Buschfeuer, welche ueber 200 Menschenleben gefordert haben.

Wir wuenschen euch allen ein schoenes Weihnachtsfest mit schoenen Stunden im Kreise eurer Lieben.

Wir erzaehlen euch im naechsten Bericht, wie Weihnachten in Australien gefeiert wird und hoffentlich auch, wie man in Australien Motorraeder aus dem Hafen bekommt.

Rene

 
Weihnachten in Downunder PDF Drucken
Donnerstag, 31. Dezember 2009 um 11:17 Uhr

Der Rat von zwei Mitreisenden bezüglich des Badens in Australien war folgender: 'Geh nur dort ins Wasser, wo viele Menschen sind - die Wahrscheinlchkeit ist dann geringer, dass die Haie gerade dich erwischen...'. Mit diesen Worten im Hinterkopf steigen wir ins Wasser der Tasmansee... Ja, und wir sind immernoch in Melbourne und, schönerweise, auch nach wie vor bei der selben Familie.

 

Weihnachten war mit nur 25 Grad recht kühl für australische Verhältnisse. Bunte Lichter, winkende Weihnachtsmänner und  blinkende Rentiere vor einigen Häusern locken am Abend Scharen von Schaulustigen an. Enorm, was hier an Energie verbraten wird. Auch wenn Heiligabend 10Std früher ist als gewohnt, fehlt das Weihnachtsessen nicht: Truthahn mit Kartoffel- und Kürbisspalten, dazu Spargel... Eben etwas anders als gewohnt. Am ersten Feiertag sind wir bei der Familie unserer Gastgeberin zum Essen eingeladen. Die warmen Temperaturen machen Weihnachten hier komplett zu einem anderen Erlebnis: die Leute stehen ums Barbeque (Kaengurusteak ist hoch im Kurs), es gibt Eis und alles laeuft superlocker ab. Kein superchicker Dresscode. Aber ueberall ein Weihnachtsbaum. Die Geschenkeschlacht ist aber die selbe.

 

Die Tage vergehen wie im Fluge. Wir geniessen die Zeit sehr und sehen unsere ersten typisch ausralischen Tiere: darunter einen Ameisenigel (Echidna) und eine Tigerotter (schwarz, recht giftig und nur einige Meter entfernt). Wir schwimmen und paddeln am Yarra-River, der, nachdem er sich durch herrlichen Eukalyptuswald gekaempft hat, durch Melbourne fliesst.

 

Die nächsten Tage verbringen wir mit warten: Am 28.12. Erfahren wir, dass die Auslösung der Motorräder noch einige Tage in Anspruch nehemen wird, da die Leute von der Quarantäne in den Ferien sind... Unser Geduldfaden wid langsam merklich duenner. Schliesslich sind wir 14 Tage in Melbourne, als uns entlich die Nachricht erreicht: mit viel Glueck koennt ihr morgen eure Motorraeder abholen. Allerdings muss dann mit der extrem strikten Quarantaene-Untersuchung alles i.O. sein. Kein Staub und kein Dreck am Motorrad. Auch keine Spinnen - was nach ueber einem Monat Verschiffung durchaus moeglich ist. Es wird also am naechsten Tag ein reines Gluecksspiel.

 

11-angekommene Yamaha - shiped bike Am 31.12.2009 stehen wir punkt 9Uhr auf der Matte bei Schenker Australia. Hier soll irgendwann am Morgen die Untersuchung stattfinden. Immerhin sind die Bikes bereits am 23.12. durch den Zoll gekommen und sind seither hier in Verwahrung. Mit wackligen Knien stehen wir an der Rezeption und sind recht erstaunt, als nach einer halben Stunde bereits jemand zur Inspektion da ist. Dann entlich ist es so weit: wir sehen unsere Motorraeder wieder! Und verdammt sehn die gut aus… Nur nicht gut genug fuer die Hygienestandarts Australiens. Da und dort entdecken wir Dreck. Und trotzdem koennen wire ein deutliches “all right, mate” (alles klar Kumpel) aus dem Munde des Inspektors vernehmen… Wow! Eine Stunde spaeter stehen wir bei 35 Grad im Schatten auf dem Parkplatz und beginnen mit der Montage der Bikes… Weihnachten, Ostern saemtliches Glueck hat sich heute an einem Tag hier versammelt.

 

Spaeter erfahren wir, dass der Inspektor ein Freund des Waren-Importchefs ist, welcher uns heute zufaellig betreute. Nur so sind wir durch die Quarantaene gekommen. Andernfalls haetten wir bis nachsten Mittwoch (6. Januar) warten muessen! Im selben Atemzug bekommen wir vom selben Chef das Angebot, unsere Kisten fuer ein Jahr kostenlos bei Schenker auf seinen Namen einlagern zu duerfen. Dies erspart uns ein Haufen Arbeit… Wir sind echt von den Socken, als, gut 3 Stunden die Motorraeder friedlich vor sich hin tuckern.

Mit einem Laecheln, dass wohl bis ueber die Helme gereicht hat, starten wir unseren Weg auf der linken Fahrbahnseite durch die 40 Grad heissen Highways Melbourns i.R. Eltham. Die letzte Nacht bei unserer Gastfamilie ist auch die letzte des Jahres. Aufgrund eines Gewitters bleiben wir zu hause und haben einen ruhigen Start in ein umso aufregenderes Jahr. 

 

Am 1.1.2009 startet unsere “richtige Reise” nun i.R. Nord-Osten ueber Marysville, Lake Eildon und Alpine NP, bevor wir gegen Mitte oder Ende Januar in Canberra und Sydney sind.

 

13-endlich bereit - ready for the trip GESCHAFFT! We’re on the road again!

 

Monique

 

 
Bergerfa(h)rung PDF Drucken
Freitag, 15. Januar 2010 um 03:46 Uhr

17-Farmrundfahrt Mansfield - Drive over a farm Mansfield 2.1.2010 Ich sitze vor dem Supermarkt in Mansfield und studiere die Broschüren über die Region. Viele Leute kommen vorbei und schauen sich die Motorräder an. Ein stämmiger Trucker spricht mich an: 'Seid ihr nass geworden letzte Nacht?' 'Ja, und wie! Das ganze Zelt hat geschwommen.' Ein heftiges Gewitter, mit ungewöhnlich viel Regen (200mm) und Blitze aller 2 Sekunden  hat uns den Schlaf geraubt. 

Kurzerhand läd uns Even zu sich nach Hause ein. Er lebt mit seiner Frau Erica auf einer der ehemals grössten Schafschurfarm der Region. Das Holz der Ställe ist verwittert, aber das grosse, hölzerne Farmhaus zeugt noch immer von der bedeutenten Vergangenheit dieses Ortes. Rings um die Farm erstrecken sich bis zum Horizont goldgelbe Rinderweiden, bis sie schliesslich in die grünen Berge der Victorian Alps übergehen. 

Wir werden fürstlich untergebracht und können es kaum fassen: sogar beheizte Betten, eine alte und wunderbare Bauernküche erwarten uns und wir dürfen uns eins der 10 Zimmer aussuchen. Mit Even und Erica verstehen wir uns sofort prima und werden zum schluss fast adoptiert. Wir machen unseren ersten Bushwalk, auf dem wir eine Menge über die geologische Enstehung der Great Dividing Range (grösste Bergkette Australiens) lernen. Ausserdem besuchen wir die grösste Grasssammenfarm Ausraliens und fahren unsere erste Schotterstrasse und ins zentrale Skigebiet der Australischen Alpen: dem Mt Buller (Tageskarte Skifahren ca. 60 Euro!).

An unserem letzten Abend bei den beiden, setzen wir noch einen Meilenstein unserer Reise: wir buchen den Weiterflug nach Neuseeland für den 3.12.2010! Nun ist es amtlich: unsere Reise geht auf jeden fall bis auf die Trauminseln weiter...Schweren Herzens und gut vorbereitet reisen wir nach 5 Tagen weiter und sagen an dieser Stelle noch einmal DANKE. Es ist so eine Eigenart des Reisens, dass man auch von den schönsten Orten lebewohl sagen muss, um noch schönere zu finden. 

22-morgens um 5 auf dem Mt Feathertop - 5am on the summit of Mt Feathertop Am 8.1. machen wir uns auf zu unserer ersten 2 Tageswanderung in Australien. Wir wollen den schönsten Berg Victorios erwandern, den Mt. Feathertop. Die 35 Grad machen die Wanderung zur schweisstreibenden Angelegenheit (über 1000 Höhenmeter Aufstieg...). Wir campen 45min vor dem Gipfel und brechen am nächsten Morgen bereits um 3uhr zum Gipfelsturm auf, leider 2 Stunden zu früh für den Sonnenaufgang. Beim Warten wird uns ziemlich kalt und wir können uns nur schwer vorstellen, dass uns im Tal 40 Grad erwarten. Und was fuer 40 Grad! Heisser Wuestenwind und seit Tagen anhaltende Trockenheit lassen nicht nur die Waerme in den Motorradklamotten steigen, sondern  auch das Waldbrandrisiko ist enorm hoch. Das fuehrt dazu, dass wir unseren ersten "Catastrophic Total Fire Ban" Tag (Hoechststufe des Feuerverbotes) erleben und mehr nach Waldbraenden ausschau halten, als auf die Strasse zu schauen. Schon das Anschauen eines Streichholzes scheint strafbar zu sein... Am Abend ist gluecklicherweise noch ein aelteres Ehepaar mit auf dem Campingplatz, die ueber ein Radio verfuegen. Hier werden stuendlich alle neuen Entwicklungen in Sachen Waldbrand bekanntgegeben. In der Nacht kommen 3 Tropfen Regen und sorgen fuer die Aufhebung aller Sorgen.

30-bei Steve zu Hause mit seinen Kindern - at Steves home with his kids Am 13.1.10 fahren wir in die hoechsten Berge Australiens: dem Kosciuszko NP. Unsere geplante 3Tages Wanderung muessen wir jedoch aufgrund schlechten Wetters (gestern noch 43 Grad, heut nur noch 13 und Nieselregen mit Gewitterwarnung) streichen. Spontan befinden wir uns bereits einen Tag spaeter in Australiens Hauptstadt Canberra. Hier treffen wir Steve wieder - einen Freund der Familie aus Mansfield. Wir verbringen einen wundervollen Abend mit ihm und seinen Kindern und lernen eine Menge ueber schweizer Schokoladenherstellung (komisch, dass wir dafuer erst nach Canberra fahren mussten...). Steve ist einfach wunderbar und hat uns heute morgen die Schluessel zu seinem Haus uebergen. Leider weilt er die naechsten Tage in Melbourne. Wir sind einfach sprachlos ueber die Gastfreundlichkeit und das Vertrauen, dass er in uns hat. Tausend Dank, dass es Leute wie Steve in dieser Welt gibt!

Unseren Weg werden wir in 2-3 Tagen in Richtung Sydney fortsetzen. Die Budawangs und die Blue Mountains werden unseren Wanderschuhen unterwegs einige Portionen Gummi abverlangen. Wir planen, den Australian Day (australischer Nationalfeiertag am 26.1.10) dann in Sydney zu verbringen und dem Spektaktel des gigantischen Hoehenfeuerwekes beizuwohnen.

Übrigens: wusstet ihr schon, dass die Great Dividing Range die zentrale Wasserscheide Australiens ist? Westlich der Bergkette fliessen alle Flüsse ins Landesinnere und nicht zum Meer. 

René & Monique

 
01.03.12 Hong Kong & Start Australien PDF Drucken
Donnerstag, 01. März 2012 um 06:05 Uhr

01 Hong KongIn Hagel, Sturm und schwerem Regen sowie “sommerlichen” 5 Grad faellt der Abschied von Punta Arenas nicht zu schwer. Suedamerika hat uns fast ein Jahr unserer Reise begeistert, bereichert und sprichwoertlich in-Atem-gehalten. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schauen wir nun nach vorn: auf einen Flugmarathon von ueber 50 Stunden bis Hong Kong!

Fast alles geht gut. Nur ist am Ende unser gesamtes Gepaeck im System eines Flughafens verloren gegangen. Wir sind zu muede, um uns aufzuregen, zu “kulturgeschockt” um uns wirklich Sorgen zu machen. Vom menschenleeren Patagonien in eine der dicht besiedeltsten Staedte der Welt zu reisen, ist beeindurckend - in jeder Hinsicht. Mit grossen Augen legen wir immer wieder den Kopf in den Nacken, um den letzten Stock der Wohn-hochhaeuser zu erfassen, schauen uns immer wieder unglaeubig an - alles passiert wie im Traum.

03 Tempel, Hong KongDer Jetlag hat uns fest im Griff und unser Gastgeber Phil, hilft uns bei der Eingewoehnung. Hong Kong ist grau und kuehl zu dieser Jahreszeit und wir nutzen die Zeit fuer allerhand Einkaeufe - viele Dinge unserer Ausruestung muessen ersetzt und repariert werden. Wir tauchen ein in die bunten Strassen mit den fremden Schriftzeichen, den Menschenmassen, dem einzigartigen Transportsystem, den Restaurants (in denen man auch Schlange und weisse, eingelegte Maeuse essen kann) und den Staenden mit getrockneten Geckos und Pilzen. Wir sehen Tempel, in denen Wunschzettel an riesigen Raeucherstaebchen verbrannt werden und riesige Buddhas und Gebetsmusik es vermoegen, inneren Frieden im Grossstadt-Trubel zu verbreiten!

Bereits kurz nach unserer Ankunft treffen wir Iris - eine aufgeweckte Trouen-Radlerin und Hong-Kongerin, die uns die kulinarischen Koestilchkeiten naeher bringt: mit ihr gehen wir ins lokale Restaurant, um Dim Sum zu essen. Kellner kommen mit dampfenden Holztoepfen auf Teewagen herum und man kann waehlen ob man gefuellte Teigtaschen, Krabben-Reis, Reissuppe oder suessen Sago-Mango-Pudding haben moechte. Oder alles auf einmal... Es ist ein fast zeremonielles Essen, was uns eine Menge lokales Wissen und Uebung im Staebchen-Essen bringt.

15 Zimmerblick Melbourne - view out of the apartmentNach fast einer Woche ist es schon wieder Zeit zum Weiterreisen. Unser Gepaeck ist aufgefunden worden und in der Zwischenzeit in Melbourne angelangt. Trotz dessen, dass wir schon viele Wochen in unserer Lieblingsstadt zugebracht haben, erleben wir sie diesmal aus einer ganz anderen Perspektive: aus dem 47. Stock des “Eureka Towers” - dem hoechsten Gebaeude Melbournes! Anders gibt uns hier Quartier in seinem First-Class Apartment mit dem Million-Dollar-Blick. Als in der Nacht die Lichter in der niemals ruhenden Stadt angehen und wir vor den ueber 2m hohen Glasfenstern unsere Schlafsaecke ausbreiten ist das Glueck kaum greifbar und der Auftakt unserer Australienreise perfekt!

Unsere ersten Tage sind gepraegt von Radreperaturen, Zivilisationsgenuss und interessanten Menschen: wir kommen bei einem neuseelaendischen Paerchen unter, die ganz frisch nach Melbourne gezogen sind, nachdem sie das letzte Jahr in Kabul, Afghanistan, gelebt haben. Sie sind beide passionierte Radler und erzaehlen von ihrer Zeit in Kabul und ihrer ersten Schlangenbegegnung in Australien:”Sie lag draussen auf dem Balkon und ich bin schnell zur Kamera gesprintet, um das Foto meiner Frau zeigen zu koennen. Unsere erste australische Schlange! Wie aufregend! Als ich ihr am Abend das Foto gezeigt habe, lachte sie nur und sagte: “Das ist eine der Spielzeugschlangen der Haus-Vorbesitzer! Davon sind noch mehr im Garten!”.

20 Morgenstimmung - duskGenau einen Monat nach unserer Ankunft in Punta Arenas sitzen wir in Australien im Sattel! Es ist, wie fast immer, unglaublich, was in einem Monat unserer Reise so passiert! Falkland Inseln, Hong Kong, Australien. Doch als uns der australische Busch entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke verschluckt und der erste Kookaburra sein Lachen in die eukalyptusreiche Luft kraechzt, wissen wir - wir sind zurueck! Die australische Gastfreundschaft ist gleich am ersten Abend ueberwaeltigend: unser Zelt steht auf einem Schattenfleck eines Rastplatzes und riesige Bullenameisen bauen gerade eine Strasse unten drunter durch, als wir mit einer Flasche Weisswein aus dem Haus gegenueber begruesst und mit Adressen fuer das kommende Ziel ausgestattet werden. Sommerliche 36 Grad-Hitze hat Einzug gehalten und die naechsten Tage verbringen wir mit befreundeten Reiseradlern am Strand bei einem Wettkampf von Surfern und Rettungsschwimmern an einem der Traumstraende Australiens...

Fuer uns geht es nun weiter entlang der Kueste nach Osten bis Orbost. Von dort ins Inland und in die Victorianischen Alpen.

Wusstet ihr schon, dass Kaengurus recht gut schwimmen koennen und die Chinesen im Schitt nur 10 Ferientage im Jahr haben?

Monique