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Australien Teil 2
Unser Reiseverlauf:

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04.05.12 - Finish in Australien PDF Drucken
Freitag, 04. Mai 2012 um 01:28 Uhr

04 Erica and EvanEs ist ein sonniger Morgen mit eisigem Herbstwind, als wir die Haustuer unseres fast einmonatigen Zuhauses abschliessen und durch die bunten Baumalleen und raschelnden Herbstblaetter zur letzten Etappe nach Melbourne aufbrechen. Erica und Evan, die uns schon vor 2 Jahren als ihre „Kids adoptiert“ haben winken zum Abschied, als wir entlang einer stillgelegten Eisenbahnstrecke hinaus ins weite Farmland um Mansfield fahren.

12 Koenigseukalypten - king EucalyptsEs ist Zeit weiterzureisen und trotzdem haben wir in diesem kleinen Ort ein Zuhause gefunden. Vom Lokalflair mit Australian Rules Football, wo wir Haende schuetteln mit dem zehntreichsten Mann Australiens bis hin zu gefundenen Freunden fuers Leben. Nun rascheln die Raeder durchs Buschland und die letzten drei Tage auf dem Rad sind gefuellt mit wechselnden Landschaften und zunehmenden Verkehr. Da sind die uralten Eukalypten, die knorrig dem kalten Westwind trotzen und spaeter die Farnwaelder mit den kerzengraden, hochgewachsenen Koenigseukalypten. Da ist der Farmer der mit einem „G’day, mate!“ auf seinem Motorrad davonduest um seine Schafe zum Scheren zu treiben. Es ist ein einfaches Land - zurueckgelehnt und mit „no worries“ (keinen Sorgen) wird hier durchs Leben gegangen...

13 Kaengurus - RoosNachdem wir uns durch den schweren Verkehr von riesigen Holztrucks geschalgen haben, geniessen wir die stille Nacht unter den Sternen der suedlichen Hemnisphere und fahren am naechsten Tag dorthin zureuck, wo wir angefangen haben: Melbourne! Die Temperaturen sind auf 10 Grad gefallen und es regnet die naechsten Tage in Stroemen - eine gute Zeit also, unsere Reise hier zu beenden, noch einmal Revue passieren zu lassen und uns auf die Zeit in der Tuerkei vorzubereiten. Am 7. Mai geht es los - Kulturwechsel - und ihr koennt uns dahin folgen und weiterlesen. Bald!

Monique

 

 
20.4.12 Australien - Mansfield PDF Drucken
Freitag, 20. April 2012 um 02:14 Uhr

05 Aufraeumen - shed workDie Zeit fliegt dahin und wir sind immer noch dort, wo wir vor 2 Wochen waren: im 4000 Seelenort Mansfield. Die Gastfreundschaft unseres Freundes Steve haelt uns hier - sowie der Fakt, dass wir mal wieder etwas Arbeit gefunden haben und die “Kisten und Ansammlungen” der vergangenen Jahre aus Garage und Schuppen sortieren und in den Verkauf sowie Muell befoerdern. Teilweise ist es eine Reise in eine andere Zeit, da Steve italienischer Herkunft ist und seine Grosseltern nach dem Krieg nach Australien eingewandert sind.

04 Schokoladenproduktion - choc productionWenn wir nicht die Nase in verstaubte Kisten stecken und Antiquitaeten sowie uraltes Werkzeug heraus befoerdern, geniessen wir das sonnige Herbstwetter mit Trainingsrunden auf dem Rad und vor allem OHNE Gepaeck! Das huegelige Weideland um Mansfield ist wie geschaffen dafuer. Nebenbei nutzen wir die Zeit unsere Raeder auf Vordermann zu bringen, unseren letzten Teil der Reise durch Europa zu planen und natuerlich - fuer neue Schokoladen-Kreationen! Von Trueffel ueber gefuellte Pralinen bis hin zu einfachen Tafeln mit allerhand bezaubernden Zutaten...

07 Verwirrung - confusionDie Umgebung von Mansfield hat auch raue 4x4 Strecken zu bieten, sowie den Gipfel des Mt Buller, auf dem wir vor 2 Jahren schon einmal standen. Es ist ein tolles Gefuehl, noch einmal die selben Plaetze zu besuchen - auf der selben Reise, nur eine lange Zeit spaeter. Ein tolles Gefuehl noch einmal den Blick ueber die Berge schweifen zu lassen, die vom verdampfenden Oel der Eukalypten in blauem Dunst liegen. Skilifte stehen hier oben, wie Skelette einer vergangen Zeit - geziert mit dem Namen “Tirol” und “Arlberg”. Emsig werden die Haueser auf Hochglanz gebracht - die Skisaison ist nicht mehr weit!

Es wird nicht langweilig und wir werden wohl noch bis zum 24.4. hier verweilen, bis wir uns auf den Weg zurueck nach Melbourne machen.

Monique

 

 
3.4.12 Australien - Verschneites Hochland PDF Drucken
Dienstag, 03. April 2012 um 08:19 Uhr

14 verschneiter Morgen - snowy morningEs ist unfassbar:der erste Schnee, den wir seit 3 Jahren zu sehen bekommen, faellt ausgerechnet in Australien! Es ist der 23. Maerz und eine eigenartige Stille liegt seit dem Morgen ueber dem Hochland. Die letzten Tage haben wir damit zugebracht, uns von der Kueste in die “Victorianischen Alpen” hoch zu arbeiten. Jetzt sitzen wir hinter dem Kaminfeuer einer windschiefen Huette und schauen mit grossen Augen den weissen Flocken draussen beim Tanzen zu. Und das eine Woche nachdem wir bei 40 Grad am Strand gelgen haben!

09 Huette Alpine NP - hutEs ist empfindlich kalt geworden. Die alte Wellblech-Huette ist Anfang 1900 zum Schutz fuer Strassenarbeiter erbaut wurden und wir sind mehr als froh, dass sie uns fuer die naechsten zwei kalten Naechte Waerme gibt und erhalten wurde. Wir versuchen die Zeit mit warmen Gedanken an unsere Tuerkei-Reise totzuschlagen, werden jedoch immer wieder von den Ereignissen draussen abgehalten: ein Vogel mit knallroter Brust kuendet vom nahenden Herbst waehrend er im Geaest der verzweigten, verwundenen und bunt leuchtenden Schneeeukalypten hin und her springt und immer wieder jagen schneereiche Sturmboen ueber die Lichtung, auf der Emus grasen.

16 Vorbereitungen zum Downhill - preps for the downhillAls sich das Wetter beruhigt hat, machen wir uns auf zum letzten Anstieg auf die hoechste Passstrasse, die Australien zu bieten hat: 1800m. Die Schneeeukalypen weichen verblichenen Baumskeletten, die das Buschfeuer von 2006 hinterlassen hat und schliesslich dem grossen Nichts: oberhalb der Baumgrenze bildet das Skiresort von Mt Hotham die einzige Abwechslung im dicken, kalten Nebel. Als wir auf dem Pass stehen, sehen wir kaum die Hand vor Augen, ziehen alles an was wir haben und machen uns auf zur 30km, steilen und kurvenreichen Abfahrt, die unseren Bremsen einiges abverlangt.

19 Herbst - autumnEuropaeischer Herbst empfaengt uns, als wir in der kleinen Stadt Bright ankommen. Roter Ahorn, Linden, Birken und Pappeln saeumen die Strassen - alles langsam im knalligen Bunt des nahenden Herbstes. Ein Anblick, den wir lange, sehr lange nicht mehr gesehen haben! Kurz darauf ist ein freudiges Wiedersehen mit unseren beiden Freunden aus Melbourne angesagt: sie stecken mitten in den Vorbereitungen fuer einen 2 Jahre langen Segeltrip und die naechsten Tage fuellen sich mit Hilfe beim Moebeltransport. Wir fuehlen uns stark an unsere Zeit der Abreise von zu hause erinnert - vor fast 2.5 Jahren... Es scheint eine Ewigkeit her zu sein.

25 Sonnenaufgang Powers Lookout - sunriseBright verlassen wir auf dem flachen, geteerten Rail Trail - wieder eine ehemalige Eisenbahnstrecke, die zum Radweg umgebaut wurde. Wir geniessen das “Dahinfliegen” in der Ebene durchs Farmland und die Eukalyptuswaelder. Kurz darauf nehmen wir die selbe Strecke, die wir vor 2 Jahren mit Motorraedern zurueckgelegt haben - nur in umgekehrter Richtung. Ich bin erstaunt, wie wenig ich wieder erkenne... Wir campen am Powers Lookout - hier hat einer von Australiens beliebtesten und umstrittensten Volkshelden, Ned Kelly, seine Lehrstunden bekommen. Ob er ein gesetzloser Verbrecher oder Schuetzer der Armen war, ist bis heute von jedem individuell zu entscheiden.

Das Hauptziel unserer Australienreise, Mansfield, erreichen wir am 31. Maerz. Als wir auf unserer ersten Tour hier durch kamen haben wir viele gute Freunde gefunden. Einem von ihnen werden wir nun, in den naechsten Wochen, ideenreich beim Aufbau der eigenen Schokoladenfirma helfen.

Wusstet ihr, dass die Rinde der Schneeeukalypten, vor allem wenn sie nass ist, in gelben, gruenen und roten streifen leuchtet die sich spiralenfoermig den Stamm hoch ziehen? Ein toller Anblick!

Monique


 
15.3.12 Australien - Land und Leute PDF Drucken
Donnerstag, 15. März 2012 um 07:18 Uhr

03 FarmlandLeise fahren wir entlang einer stillgelegten Eisenbahnstrecke, deren ehemalige Gleise nun als Rad- und Wanderweg dienen. Es ist ein abgelegener, wenig besuchter Pfad und wir bekommen die breite Palette von Australiens Buschleben geboten: eine fette Tiger Schlange liegt quer ueber dem Weg und schlaengelt langsam davon. Kurz darauf huscht ein Blue-Tongue Lizard davon - eine Echse mit blauer Zunge und zwei Ameisenigel liegen faul am Wegesrand. Als der Abend kommt, sitzen wir mit Freunden im Restaurant und fragen uns, wie wir diese riesige Pizza verschlingen sollen... Ein perfekter australischer Tag.

08 nasse Fahrt - wetland rideKurz darauf bekommt die Kueste starken Regen und wir bleiben immer wieder fuer laengere Zeit in verschiedenen Plaetzen stecken - das Inland ist geflutet. Dank der unglaublichen Gastfreundschaft der Australier haben wir fast jede nasse Nacht ein Dach ueber dem Kopf und hoeren die interessantesten Geschichten. Wir geniessen unsere erste Fahrt auf einem Tandem Bike, fahren rutschend und glitschnass durch die gefluteten Sumpflandschaften bei Sale - begleitet von passionierten Radlern. Danach besuchen wir Kim und Lu und hoeren fasziniert zu, als sie uns von all den Barrieren in einem Dasein als Lesben und vom Tod von drei Familienangehoerigen in den Buschfeuern 2009 erzaehlen.

11 FarmUnsere Begegnung mit Phil ist unvergesslich! Er ist ein Milchbauer und nimmt uns mit auf die Farm, wo wir beim Kalben zuschauen koennen. Ein wahres Wunder! Wir bekommen einen tollen Einblick in die heutige Milchproduktion. Die Farm wurde von seinem Ur-Ur-Grossvater gegruendet, der im 19. Jahrhundert als einer von vielen Gefangenen hierher kam. Der Grund: Diebstahl von zwei Taschentuechern und 8 Jahre Gefaengnis in der Australischen Strafkolonie! Nach einer spannenden Nachtwanderung zu einem heiligen Platz der Aboriginies verlassen wir auch diesen Platz - auf der Reise weiter gen Osten.

23 Cape Conran NPRaymond Island wir von Koalas (und auch Leuten) bewohnt und wir finden hier Unterschlupf vor dem heftigen Regen bei Peter. Er liebt Modelleisenbahnen und Hunde, nimmt uns mit auf Safari ueber die kleine Insel, auf der es vor knuddeliggen Koalas und bunten Papageien nur so wimmelt! Was fuer ein Paradies. Nachdem wir es tatsaechlich schaffen, drei Tage am Stueck Rad zu fahren, landen wir in einem verschlafenen Ort am Meer. Hier finden wir bei Andrew, einem leidenschaftlichen Fotograf, und Debra, einer Grundschullehrerin ein tolles Zuhause. Die Tage vergehen an den Traumstraenden mit ihren roten Felsen und teebraunen Fluessen, zwischen weissen Sandduenen und tuerkiesblauem Meer in schoenster (und dringend benoetigter) Sonne. Am Abend warten witztige Foto-Sessions und es ist ein Platz der absoluten Gelassenheit. Es wird schwer werden, hier wieder weg zu kommen, um dann den langen Anstieg in die Berge des High Country anzutreten! Brigth und Mansfield sind unsere naechsten Destinationen.

Wusstet ihr schon, dass Schnabeltiere ihre Beute unter Wasser ueber ihren Schnabel aufspuehren - durch Ortung der elektrischen Muskelimpulse ihrer Opfer? Sie jagen mit geschlossenen Augen und geschlosser Nase.

Monique