Fotos
Newsletter


Name:

Email:

Besucher
TodayToday116
AllAll167238
Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)
Start Reise / Berichte Australien / Tasmanien Share
Australien/Tasmanien
Unser Reiseverlauf: 

Hier könnt ihr eure Kommentare eintragen: Gästebuch und hier findet ihr alle Bilder: Fotos



InselLeben PDF Drucken
Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 05:44 Uhr

24 Painted Cliffs, Maria IslandTasmanien wird leicht vergessen, wenn es um die Aufzaehlung der Staaten Australiens geht. Mit ihren 300x300km Ausdehnung ist das Eiland recht klein, im Vergleich zur "grossen Insel", wie das Festland Australien hier haeufig genannt wird. Und tatsaechlich: gleich nach unserer Ankunft i

n Hobart am 6. Oktober faellt uns auf, dass auch das Leben einen sehr viel gemaechlicheren Rythmus geht. Wir sind eingeladen bei Sue und Jennifer, die wir in NW Australien getroffen haben. Hier ist es noch etwas Besonderes Besucher von Uebersee bei sich zu Gast zu haben. Immer wieder schauen Nachbarn und Freunde vorbei, um unsere Reiseberichte zu hoeren.

21 Kampf dem Unkraut - weed fightingNach diesem schoenen Auftakt finden wir uns einige Tage spaeter auf der Faehre nach Maria Island wieder. Mit an Board: eine Gruppe von weiteren 9 Leuten im Rentneralter. Alle haben wir ein Ziel: Unkrautbekaempfung auf einem der schoensten und friedlichsten Plaetze, die wir auf unserer Reise bisher gesehen haben. Auf der Insel hat sich eine Pflanze mit dem Namen Canari Broom zu stark ausgebreitet. Einst aus Europa eingeschleppt, waechst das schoen gelb bluehende Kraut bis 3m hoch! Die folgenden Tage robben wir durch den Busch. Immer auf engem Kurs mit Spinnen und Schlangen, denn Wege gibt es keine wo Broom waechst. Nach vier Tagen ist das Freiwilligenprojekt beendet und wir haben 10 Hektar von Unkraut befreit! Auch Zeit zum Wandern finden wir. Bunte Sandsteinklippen und vertikale Tiefblicke vom Gipfel eines Berges werde offenbar. Am Abend sehen wir Zwerpinguine in der Daemmerung an den Strand, nahe unserer einfachen Huette, kommen. Ein eindrueckliches Schauspiel.

22 Wandern am Wineglass Bay - hikeDie Rucksaecke geschultert und den Daumen im Wind halten die unterschiedlichsten Autos. Vom Verkaeufer ueber Reisende bis hin zu Umweltschuetzern nimmt uns jeder mit. Bald landen wir dort, wo vier Tage Wanderung auf uns warten: die Freycenet Peninsula. Am Strand entlang haben wir schoenstes Sommerwetter mit fast 30 Grad. Zwei Tage spaeter Eisregen bei 5 Grad. Auch das ist Tassie. Wir kommen an einsamen Straenden und rauem Mittelgebirge vorbei. Weiter entlang der Ostkueste, die vorwiegend durch Weideland und puderzucker weisse Sandstraende bestimmt ist. Im Bay Of Fires schlagen wir fuer zwei Naechte unser Zelt auf - der Strand wurde als zweitschoenster der Welt gekuert. Zu Recht! Leuchtend rote Felsen auf blendend weissen Sand, umgeben von tuerkisblauem Meer. Das Wasser kann noch so klar sein - es ist zu kalt zum Baden!

23 Traumstrand - Paradise

Am 20.10. sind wir in Launceston angekommen. Die naechsten Tage werden wir unseren Weg zum "Weg der Wege" machen - dem Overland Track. Circa 10 Tage Wandern durch Tassies raue Bergewelt steht auf dem Programm - gutes Training also fuer unser Radabenteuer. Bilder wird es erst nach unserer Tasmanienreise mehr geben.

Bis bald - Monique und Rene

 
zu fuss durch Tasmanien PDF Drucken
Sonntag, 31. Oktober 2010 um 22:16 Uhr

16-Huettenleben-hut lifeEs ist der 21. Oktober - erster Tag unserer Wanderung auf einem der schoensten Weitwanderwege der Welt. Dem Overland Track. Wir wissen, dass wir mit meterdickem Schneefall ueber Nacht und mit Eis und viel Regen zu dieser Jahreszeit rechnen muessen. Doch wir haben Glueck - acht Tage wandern wir durch diese faszinierende Wildnis und haben sieben pure Sonne davon. Begeistert und beschwingt starten wir unseren Weg an einer der eindruecklichsten Bergformationen, die Tassie zu bieten hat - dem Cradle Mountain. Nur 40 Tage im Jahr ist dieser nicht wolkenverhangen - klare Sicht auch hier fuer uns. Nach 8 Stunden gelangen wir mit unseren schweren Rucksaecken, die fuer 10 Tage Essen enthalten, zur ersten Huette. Sardinen-Dosen-maessig liegen hier auf Doppelebenen jeweils 5 Leute im Schlafsack nebeneinander. Die Huetten sind einfach, aber geben Schutz.

14-Schneefeld-snowfield Mt OssaTag drei: Staunend stehen wir im Maerchenwald. Um uns herum wachsen dicke Moose aller Art auf meterdicken, uralten Baeumen. Glitschige Wurzeln und tiefe Schlammloecher bestimmen den Weg unter dem gruenen Dach heute. Rene steckt auf einmal bis Mitte Unterschenkel im Schlamm. 17 Kilometer sind an diesem Tag zu laufen. Am naechsten Morgen ist die Landschaft in Eis getaucht. Wir kommen auf ein Plateau und klarste Sicht praesaentiert sich auf die hoechsten Berge Tasmaniens. Der Mount Ossa ist der hoechste von ihnen. Bei dem Wetter muessen wir da hoch! Fast senkrecht klettern wir den Weg nach oben zum ersten Schneefeld. Die Australier sind Schnee nicht gewoehnt und viele drehen um. Tiefe Tritte im weichen, steil abfallenden Weiss biringen uns sicher zur naechsten Kletterstelle. Dannach noch zwei grosse Schneefelder bis wir auf dem Gipfel Tasmaniens stehen. Ein tolles, belebendes Gefuehl. Nach unten koennen wir grosse Strecken auf dem Hintern ueber den Schnee rutschen... Ein phantastischer, kraftraubender und bezaubernder Berg!

08-Matsch-muddy wayDie Landschaften wechseln fast Kilometerweise. Regenwald, Farnbaeume, Grasebenen und schwindelerregende Haengebruecken sowie dicke Moosabschnitte mit Palmenbewuchs machen das Bild Abwechslungsreich. Nach 8 Tagen und 101km erreichen wir das suedliche Ende des Weges. Mit ihm auch eine Dusche (!) und Ziviilisation. Wir nehmen Abschied von der grossen Wanderfamilie, die uns grossteils begleitet hat: zwei Paare in unserem Alter aus Holland und der Schweiz, fuenf aeltere Herren aus Perth, ein Marathonlaeufer aus Sydney...

Da der Verkehr zur Westkueste zu spaerlich ist, trampen wir kurzerhand mit einem aelteren Paar aus Adelaide nach Hobart um uns einige Tage Erholung bei unseren Freunden zu goennen. Von hier aus starten wir am 3. November weiter in Richtung Sueden der Insel. Was uns dort erwartet lest ihr im naechsten Bericht, den es Mitte November aus Melbourne gibt.

Monique

 
Begegnungen in Tasmanien PDF Drucken
Montag, 22. November 2010 um 03:36 Uhr
22-Trampen-hitchingWir sitzen wieder Melbourne, mit Pool und sonnigen 30 Grad. Voller Zufriedenheit blicken wir zurueck nach Tasmanien – dort hat unsere Reise in den letzten zwei Wochen vor allem tolle Begegnungen mit sich gebracht.
Eine Erkaeltung verhindert die geplante 3-Tages Wanderung auf der Tasman Peninsula und so finden wir uns frueher als geplant im Norden wieder. Meist trampen wir 200km bis zum Mittag problemlos. Farmer, Muetter mit Kindern (die ihren Sproesslingen mal ein wenig Weltsicht zeigen wollen), Geschaeftsreisende und Shuttlebusse nehmen uns mit.

Ein aelterer Herr mit lebhaften Augen und wildem, rotem Haar setzt uns in Launceston ab. Gerade sind wir 150km mit ihm gefahren und haben Geschichten ueber 8 Mordversuche an ihm, Einbrueche in sein Haus und Schiessereien gelauscht. Alles, weil er illegale Aktionen filmt und zur Polizei bringt. Fuer seine 60 Jahre ein bewegtes Leben – stolz ist er auch auf seine 39 Freundinnen, die er seit letztem Februar hatte… Kopfschuettelnd steigen wir aus dem Auto.

21-Schultag-school dayIn Launceston treffen wir eine unbekannte Bekannte: sie ist die Brieffreundin meines Grossonkels und beide schreiben sich seit 47 Jahren – haben sich aber nie gesehen. Wir kommen hierher mit der Bitte, ihr einen Strauss Blumen zu ueberreichen. Sie ist Grundschullehrerin und nimmt uns mit in ihre erste Klasse. Grosse Augen machen die Kinder, als sie sehen, wie weit Tasmanien von Deutschland entfernt ist. Allerdings wissen auch wir auf die Frage, wieviele Schritte man denn von Tasmanien nach Deutschland Laufen muesste, keine Antwort…

Nach dieser interessanten Zeit machen wir noch einen kurzen Abstecher gen Nord-Westen zu einer Farmfamilie und ihren 400 Milchkuehen und einer Pflanzenzucht. Und wir stellen fest, dass wir mittlerweile mehr ueber australische Flora und Fauna wissen, als ueber die zu hause.
Es ist immer wieder beeindruckend, wie Leute hier Ideen haben, diese zu einem Geschaeft verwirklichen und damit ihr Leben finanzieren. Geht nicht, gibts nicht. Lebensdiviese Australien. Es ist kein Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, aber es ist ein Land, dass offen fuer Veraenderung und Wandel ist. Dinge, die wir in Deutschland oft vermissen.

02-Overland TrackMit unserm Rueckflug nach Melbourne, am 16. 11., liegt ueber ein Jahr Reise hinter uns. Am 19.11. ist es dann so weit – unsere letzte Motorradfahrt startet. Wir fahren in einer Welle von hunderten Radfahrern in Richtung Melbourne. Ein Ohmen? Wer weiss… Sechs Stunden schweisstreibendes Motorradverpacken in fast 30 Grad Hitze. Dann sind die Motorraeder weg. Erleichterung und Wehmut zur selben Zeit. Am naechsten Tag bestellen wir zwei Fahrraeder. Diese sollen uns nun weiter um die Welt tragen. Ein neues, spannendes Kapitel nimmt seinen Lauf!

Am 3. Dezember dann Flug nach Neuseeland. Davor gibt es fuer uns “Eingewoehnungszeit” auf Klick-Pedalen…

Monique