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Australien / South Australia
Unser Reiseverlauf: 

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Durch Sued-Australien PDF Drucken
Sonntag, 12. September 2010 um 11:19 Uhr
03 angerostet - happens Nachdem wir Ceduna verlassen haben, geht unser Weg durchs Hinterland. Kleine Outback-Orte warten mit allerlei Charme auf: Als wir in einer kleinen Dorf-Bibliothek sitzen, steckt eine Frau den Kopf ins Zimmer und verkuendet, dass die Giftschlange gefangen sei - die Schule sei wieder offen... In einem anderen Dorf haengt ein deutscher Zeitungsartikel ueber den Fund der aeltesten Ameise der Welt im Schaukasten. Daneben ein altes Siedlerhaus, gebaut aus breitgeklopften Blechfaessern. Skurril.

02 Salzsee, Outback - salt lake 2.9. 2010: wir sind auf dem Weg nach Andamooka, einem Opalfeld im Outback, etwa 300km landeinwaerts. Die Abendsonne taucht alles in warmes Licht - es ist die Ruhe vor dem Sturm. Ein heftiges Gewitter und Unwetterwarnungen schneiden uns den Weg ab. Zurueck am Abzweig nach Andamooka erfahren wir, dass saemtliche unbefestigte Strassen in der Opalstadt mittlerweile so schlammig sind, dass wir wahrscheinlich im Ort stecken bleiben wuerden. Erneut drehen wir um und stellen unser Zelt in den Matsch eines Roadhauses. Nachts kommt ein Orkan, der sich gewaschen hat mit schwerem Regen. Unser Zelt haelt durch! Und wir auch... Hier regnet es etwa aller 15 Jahre so viel. Und wir erleben ausgerechnet diese Nacht.

07 Flinders Ranges NP 4.9.: Bei starkem Seitenwind fahren wir im 45-Grad-Winkel fahren zurueck nach Port Augusta und weiter in die Bergkette der Flinders Ranges. Die Locals sagen, dass die Hauptstrasse durch eine 1m tiefe Wasserfurtung fuehre. Zu tief fuer die Bikes. Erneut drehen wir um. Doch am naechsten Morgen dann - Sonne! Wir wollen es doch wagen und das Wasser ist tatsaechlich ueber Nacht zurueck gegangen. Der Weg ist frei fuer uns zu gewundenen Strassen und Wiesen mit Wildblumen vor einer dramatischen Bergkette. Die Landschaft erinnert uns etwas an die Highlands in Schottland und ist eine Wohltat fuer Auge uns Seele! Endlich wieder Berge...

Auf der Weiterfahrt nach Adelaide geht es durch die bekannten Weinanbaugebiete Clare- und Barossa Valley. Bluehender Raps und gruene Huegel geben dem Ganzen einen heimischen Charakter. Der geschichtliche Hintergrund ist auch recht deutsch: in den 1830ern kamen die ersten Siedler hierher von Schlessien, was damals noch zu Dtl gehoerte und heute polnisch ist. Sie hinterliessen, neben deutschen Ortsnamen auch allerlei Kulturgut. Viel wurde durch den 2.WK zerstoert und leider finden wir heute nur noch wenig davon. Wir kommen vorbei an einem hohlen Eukalyptus, der einer deutschen Pionierfamilie und ihren 16(!) Kindern in der Siedlerzeit als Unterschlupf diente .

14 Adelaide Schliesslich halten wir am 8.9. Einfahrt in die schoenste Stadt Australiens, die nach der saechsischen Prinzessin Adelaide benannt wurde. Da es uns so gut gefaellt hier, bleiben wir gleich fuenf Tage und geniessen die lebendigen Maerkte im chinesischen Viertel. Auch vom interessanten Museum von Suedaustralien, was durch freien Eintritt, Wal-skellette und eine grosse Aboriginie-Artefakt-Sammlung besticht, sind wir begeistert.

Weiter geht es fuer uns nun entlang der Kalksteinkueste, zum Wandern in den Grampians NP und durch die Kurven der Great Ocean Road. Zurueck nach Melbourne!

Wusstet ihr schon, dass Adelaide die einzigste Siedlung ist in ganz Australien, die nicht aus einer Straeflingskolonie heraus gegruendet wurde?

Monique

 

 
Umgesattelt PDF Drucken
Samstag, 02. Oktober 2010 um 12:34 Uhr

19 neuer plan - new plans

Eine Frage hat uns nun doch lang beschaeftigt: wie geht unsere Reise weiter? Konkrete Plaene hatten wir am Beginn keine - ausser nach Australien und Neuseeland zu reisen. Ein grosses Land bringt grosse Plaene mit sich, wie es scheint. Planaenderungen sind nicht ausgeblieben...

Wir satteln um! In Neuseeland werden wir die Bikes wechseln. Die Motorraeder werden zurueck nach Dtl verschifft. Wir haben uns fuer die Sorte ohne Motor entschieden. Fuer Australien war das Motorrad ideal - wo doch die Entfernungen so riesig sind und die schoenen Plaetze meist nur durch einen Abstecher von mehreren hundert Kilometern erreicht werden koennen. Aber uns fehlt die Bewegung. Die Motorradsachen sind zu umstaendlich. Zum Laufen muessen wir jedes mal die Kleidung wechseln. Gerade bei Hitze hatten wir dazu dann meist keine Lust. Auch gehen die Ersatzteile und das Benzin ins Geld... Es gab also einige Gruende, das Fahrrad als Alternative zu sehen. Viele „Vorreiter“ haben wir hier in Australien getroffen - Reisende, die ihren Drahtesel um die ganze Welt bringen. Die Entscheidung ist gerade Monique recht schwer gefallen - hat sie doch extra den Fuehrerschein fuer die Motorradreise gemacht.

Was sagt denn nun die Reiseroute zu den neuen Plaenen? Neuseeland wird der bergige Start: Nord- und Suedinsel sind innerhalb von drei Monaten zu beradeln. Anfang Maerz 2011 fliegen wir mit den Raedern nach Quito (Ecuador) und wollen in einem knappen Jahr bis in die suedlichste Stadt der Welt (Ushuaia, Argentinien) radeln. Wenn dann noch alles dran ist geht Anfang 2012 unser Flieger nach Jordanien, von wo unsere Heimreise startet... Uns wird wohl noch maechtig der Hintern weh tun!

Wir wuerden uns weiterhin freuen, wenn ihr unserer Reise folgt und uns Kritiken, Kommentare und vielleicht eigene Reise-erfahrungen berichtet! Vielen Dank an alle, die mit uns in Kontakt geblieben sind und nun viel Spass dabei, uns auf unseren letzten Wochen in Downunder durch Tasmanien zu begleiten!

Monique und Rene

 

 
Einmal ringsrum! PDF Drucken
Samstag, 02. Oktober 2010 um 13:15 Uhr

08 Fahrt Grampians - drive 1. Oktober 2010: Hinter uns liegen mehr als 31.000 gefahrene Kilometer um den roten Kontinent. Nach genau 9 Monaten Reise erreichen wir Melbourne bei sonnigem Wetter - ein tolles, befreiendes Gefuehl. Geschafft! Die “big lap” (grosse Runde) wie die Aussies es nennen war grossartig, lang, anstrengend und wunderbar auf einmal. Es war eine Reise in eine komplett neue Welt, gespickt mit tollen Menschen auf dem ganzen Weg. Danke Australien fuer so viel Lebensschule!

Hinter uns liegen drei Wochen voller toller Landschaft und wunderbarer Menschen: Nach unserer Abreise aus Adelaide treffen wir an der Kueste auf einen Aboriginie Guide. Er schenkt uns eine 200 Jahre alte Muschel und Zweige des Blue Bush (ein Busch mit silbrig-blauen Blaettern). Sein Volk werfe die Zweige ins Feuer und sie vertreiben mit ihrem intensiven Geruch Muecken und Fliegen. Ausserdem glauben sie, dass sie Glueck bringen. Wir sollen die Zweige bis ans Ende unserer Reise bei uns tragen und gesund zu unseren Familien zurueck kehren. Das sei sehr wichtig. Ja - es ist wichtig...

02 Pet Day In Mt Gambier - einem Ort, am Rande eines alten Vulkankraters errichtet - gibt uns Adam ein Bett. In seiner Garage steht ein alter Opel Ascona, den er mit einem 5 Liter Motor fuer Rallyes nutzt. Am naechsten Tag nimmt er uns mit in die Grundschule, wo er als Lehrer arbeitet und 20 Schueler im Alter von 10-14 Jahren in einer Klasse unterrichtet. Heute ist Pet-Day: jeder darf ein Tier (auch lebendig) mitbringen. Farmerjungen ziehen Kaelber an Stricken ueber den Schulhof und ein Maedchen springt im Kaenguru-Kostuem herum. Spaeter duerfen wir in der Klasse einen kleinen Bilder-Vortrag ueber unsere Reisen nach Chile, Island und Thailand halten. Die Schueler sind sehr interessiert und ein wundervoller Tag endet.

07 The Pinnacle, Grampians Bei Nieselregen fahren wir entlang der geschwungenen Strassen in dem Staat ein, wo wir gestartet sind - Victoria. Wir halten Kurs auf die Grampians - einem Sandsteingebirge, was der Saechsischen Schweiz nicht unaehnlich ist. Nachdem ich noch einmal die Nervern auf einem sehr sandigen Fahrweg verliere und wir umkehren, geht es am naechsten Tag zu einer phantastischen Tageswanderung zu einer Felsnadel. Nach 15 Jahren Trockeheit, blueht nun die gesamte Landschaft in Gelb: Australien erlebte 2010 das nasseste Jahr seit einer Ewigkeit.

Die Great Ocean Road ist eine der bekanntesten Kuestenstrassen der Welt und bildet den Endspurt unserer Reise. Hunderte Schiffswracks liegen vor der Steilkueste - zerschellt oder auf Grund gelaufen. Der tobende Ozean hat spektakulaere Steinformationen aus dem Kalkstein gewaschen: Bruecken, Nadeln und die weltbekannten 12 Apostels. Auf einer Aussichts-Plattform stehen v.a. Japaner mit Atemschutz-Masken bei glasklarer Meeresluft und wir kommen uns sehr fehl am Platz vor. Am 26.9. fahren wir unter strahlend blauem Himmel die letzten Kilometer nach Geelong - das Tor zu Melbourne.

18 Siegerehrung - the winner is... Die WM im Radfahren findet hier gerade statt - das werden wir natuerlich nicht verpassen! Ein Dach finden wir bei einem bemerkenswerten, aeusserst liebenswuerdigen Paar: Howard und Judy sind schon in ihren 70ern und beide sehr flexibel geblieben. Im naechsten Jahr wollen sie evtl fuer 6 Monate nach Afghanistan ziehen. Sie ist Schauspielerin und nimmt uns am Abend mit ins Theater, wo sie Direktorin ist. Bald sitzen wir im Foyer mit 10 Schauspielern und lesen ein Stueck von Alan Hopegood. Auch Rene und ich bekommen Rollen zugeteilt. Englisch Lesen ist lange her fuer uns... Ein toller Abend!

Das Ziel ist nun erreicht - wir sind wieder bei Derek und Helen, wo wir gestartet sind! Wie geht es nun weiter? Wir hatten viel Zeit zum Nachdenken, was zu grossen, ganz neuen und voellig unerwarteten Wendungen in unserer Weiterreise gefuehrt hat! Die Motorraeder werden uns nicht mehr weiter begleiten. Mehr koennt ihr in unserem Bericht dazu lesen. Am 6. Oktober fliegen wir jedoch erst einmal nach Tasmanien - sechs Wochen Wandern und Trampen stehen auf dem Programm.

Monique