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Australien / Northern Territory
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Mitten ins Herz PDF Drucken
Mittwoch, 05. Mai 2010 um 03:53 Uhr

Mitten ins Herz

02 Outback Zum ersten Mal auf unserer  Reise zeigen unsere Lichter gen Westen und die Landschaft fliegt vorbei. Sobald wir die Kuestenstaedte hinter uns haben, beginnt sich die Umgebung zusehends zu veraendern: zwischen ueppigen Gruen leuchtet dunkelroter Boden unter azurblauem Himmel und gibt unseren Augen die langersehnte Abwechslung. In kristallklarer Luft scheint die Sonne auf die schier unvorstellbare Weite des Outbacks. Ein Jubelschrei hinter meinem Helm zerreist die Morgenluft – endlich ist es da! Das Australien, von dem ich so lang getraeumt habe! Endlich fahren wir auf dem schnurgeraden Highway, der mit dem Horizont verschmilzt. Das Bild verschwimmt und Traenen kullern. Traenen der Freude – die Reise hierher hat viel Kraft gekostet.

06 Windrad zur Wassergewinnung - windmill Man moege jetzt denken, dass die vor uns liegenden 2000km auf schnurgerader Strasse langweilig waeren. Doch es gibt immer wieder Neues zu entdecken: wir treffen auf die ersten Roadtrains (riesiege LKW), denen wir mit Respekt Platz auf der Strasse verschaffen. Ploetzlich bewegt sich etwas links von uns. Vier Emus (straussenaehnliche Voegel) kommen auf ihren langen Beinen beim Geraeusch der Motorraeder ins Rennen. Sie sind viel groesser als erwartet und beeindrucken uns sehr.  Ein Adler versucht mit 3 Meter Fluegelspannweite seinen Kadaver auf der Gegenfahrbahn zu verteidigen und laesst sich auch nicht von unseren Zweiraedern beeindrucken. Je tiefer wir ins Hinterland Australiens vordringen, desto kleiner werden die Kleinstaedte und desto seltener werden Autos. Wenn dann mal eins kommt, wird voller Inbrunst gegruesst.

Das Highwayfahren regt auch zum Geniessen an, da wir nicht mehr gross auf Verkehr und ueberhaupt gar nicht auf Kurven achten muessen. So nehmen wir jede Veraenderung der Landschaft wahr: kurz vor Mt wird die sandige Grassteppe von den Zipfelmuetzen tausender Termitenhaufen durchsetzt, die rot in der Morgensonne gluehen. Das goldene Licht laesst mich laecheln, da es mich an eine Begebenheit, kurz nach unserem Start gen Westen, zurueck erinnert:

Es ist kurz nach Ostern und wir loesen uns von unserem Osterdomizil Balgal Beach. Hier haben wir 5 Tage relaxt und am Strand Kokosnuesse von den Palmen geholt. Danach ging es nach Charters Towers – einer alten Goldstadt – wo wir uns an 2kg Ballast in unseren Motorradboxen erinnerten: im Hillsborough NP hatten wir bei einer Wanderung in der untergehenden Sonne Gold am Strand gefunden. Dieses war von Fluessen nach dem Zyklon an den Strand gewaschen worden. In einem einstuendigen Goldrausch kratzten wir den  Goldstaub in eine leere Plastiktuete und verstauten unseren Fund in den Boxen. Da wir den Staub nicht herausgewaschen bekamen, brachten wir ihn in ein altes Minencottage in Charters Towers, wo wir den Fachmann fragten. Die Antwort war, dass das Maica sei – Katzengold. Troztdem war es den einstuendigen “Goldrush “ am Strand wert und die sechs-woechige Fahrt mit 2kg Sand!

11 biker unter sich - with pushbike-Hans Auf der ersten Raststaette am Stuart Hwy treffen wir auf einen Aboriginie. Er kommt aus der trockenen Wuestenlandschaft geradewegs auf uns zugelaufen und setzt sich mit an den Tisch. Seine tiefen Gesichtszuege um die breite Nase werden ernst, als unser Gespraech auf die grossen Probleme der Ureinwohner in Australien kommt. Viele Aboriginies sind, u.a. wegen Gewaltbereitschaft und Alkoholmissbrauch, aus ihren Communities verstossen worden und vegetieren nun in Staedten dahin, wo sie weder arbeiten noch ein wirkliches Leben geniessen. Sie sind entwurzelt. Deshalb tut es gut, auf einen von ihnen zu treffen, der uns ueber sein Leben im Busch berichtet und auch die Lebensart der Stadtaboriginies nicht unterstuetzt. „Wir haben doch alles im Busch, was wir zum Leben brauchen“. Er jagd Schlangen, Kaengurus und Leguane und weiss noch wie Buschtomaten aussehen und wo man Honigameisen findet. Er erzaehlt uns viel ueber die Lebensweise der heute noch existierenden Voelker untereinander und das sogar heute noch Vergeltungsmorde ausgeuebt werden. Nach zwei Stunden wissen wir viel ueber spirituelle Braeuche um Moerder zu finden, ueber sein Leben als Drover in den 60er Jahren (riesige Herden Rinder wurden damals per Pferd vom Norden Australiens nach Adelaide zum Verkauf getrieben) und von seinen Enkeln aus Darwin, die so ueberhaupt gar nicht mehr an der alten Kultur der Ureinwohner interessiert sind. Obwohl wir nur wenige Sekunden brauchen, unsere Motorraeder zu wenden, ist er verschwunden als wir zum Abschied winken wollen. Als ob er sich in Luft aufgeloest haette. Ein komisches Gefuehl.Die lange Reisezeit ins Zentrum bringt aber auch Reisemuedigkeit und die ersten Anfluege von Heimweh mit sich. Vor allem heimisches Essen und auch Familie fehlt langsam. Jeden Abend campieren wir am Highway – meist rollen die ganze Nacht laermende Roadtrains daher. Die Bekanntschaften unterwegs an den Rastplaetzen sind nur fluechtig – jeder hat eine andere Richtung und ein anderes Ziel. Deshalb sind wir froh, als wir kurz vor Alice Springs auf Hans treffen. Er kommt aus Oesterreich und lebt seit Jahren in Hamburg. Mit seinen 70 Lenzen ist er tatsaechlich auf dem Fahrrad unterwegs, um den roten Kontinent zu durchqueren. Mit offenem Mund lauschen wir seinen Geschichten vom Trampen durch den Orient in den 60ern – zusammen mit Ruediger Nehberg -, seinen Radabenteuern in Suedamerika und sind schlichtweg begeistert von der Energie, die er ausstrahlt! Alles, was man zum Leben braucht, passt also auch auf ein Fahrrad... Interessant.

Nach dem Abend mit Hans erreichen wir am 16.4.2010 das  Herz von Australiens - Alice Springs. Aufgrund der langen Fahrerei  haben wir uns zu etwas Bewegung entschlossen:  wir wollen es mit Mutter Natur und unserer Willenskraft aufzunehmen und den 12-taegigen und 223km langen Larapinta Trail (Wanderweg)  laufen.  Ob und wie wir das schaffen, erfahrt ihr im Folgebericht.

Wusstet ihr denn schon, dass Roadtrains bis 54m lang sind und, beladen, bis zu 1,5km Bremsweg haben? Mit bis zu vier Anhaengern sind sie die wirklichen Koenige der Strassen im Outback und in vielen Regionen die einzige Lieferquelle fuer alle Dinge, die man zum Leben braucht (inkl. Wasser).

Monique

 
Herausforderung im Outback PDF Drucken
Mittwoch, 05. Mai 2010 um 04:28 Uhr

13 Wander essen - hiking food Vor uns liegt ein riesiger Berg Essen.  All dies soll fuer die naechsten 12 Tage reichen. Die Haelfte packen wir in unsere Rucksaecke die andere wird auf halber Strecke des Larapinta Track deponiert. Der Weg ist eine der schoensten Wanderungen der Welt und fuehrt mitten im Herzen von Australien durch die West Macdonnell Ranges. Er ist in 12 Sektionen gegliedert und es sind ingesamt 223km zu bewaeltigen. 28Grad sind gemeldet und die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel - also ideales Wanderwetter. Wir wagen die Herausforderung!

20 Naehe Standley Chasm - near Standley Chasm Am Montag den 19.04. geht es auf zur ersten Etappe mit 23km. Das ganze Essen, sieben Liter Wasser pro Person und die Campingausruestung machen die Rucksaecke bleischwer. Mehr als 25kg traegt jeder von uns auf seinen Schultern. Wir laufen ueber rote Erde, vorbei an niedriegen Witchetty Bueschen (wo die Aboriginies dicke weisse Maden an den Wurzeln zum Essen finden) und durch gruenes Gras. Die Landschaft ist einfach unbeschreiblich schoen. Langsam werden die Haeuser von Alice Springs immer kleiner und wir tauchen ein in die Wildnis von Australien. Die Sonne steht hoch am Himmel und es ist gnadenlos heiss. Nach ca. 13km passiert es dann: Monique bricht vor mir auf dem Weg zusammen. Der Kreislauf spielt verrueckt. Diagnose: Sonnenstich.Was nun? Keine Hilfe weit und breit. Ein kleiner Baum wirft ein wenig Schatten und ich mache Moniques Kleidung mit Wasser nass -zur Kuehlung.  Langsam geht es besser. Ploetzlich kommt doch ein Wanderer angelaufen. Ihn stoert es ueberhaupt nicht, dass da jemand so hilflos auf dem Weg liegt und er erzaehlt uns irgendetwas von Grassammen, die staendig in seinen Socken picksen. Vom Sonnenstich will er gar nichts wissen und macht sich aus dem Staub. Ich schaue ihm hinterher und bin schockiert ueber seine Ignoranz. Voellig untypisch fuer Australien, wo jeder auf die Hilfe des anderen angewiesen ist. Wir errichten ein Notcamp und geniessen gemeinsam noch die wunderbare Aussicht.

An den naechsten vier Tagen brechen wir immer schon morgen s im Dunkeln auf und machen mittags eine ausgedehnte Siesta. Nur so ist das Wandern halbwegs ertraeglich und wir schaffen die Etappenziele. Meist kommen wir erst mit der Daemmerung am Zeltplatz an und die Kraft reicht gerade noch so um zu kochen und das Zelt aufzubauen.  Als bei der dritten Etappe der Weg fast nur noch durch trockene steinige Flussbetten fuehrt und einige Abschnitte in Klettereinen ausarten beschliessen wir, trotzt der Schoenheit der Natur, die Wanderung abzubrechen. Immerhin sind wir in 5Tagen 65km mit schweren Gepaeck gewandert.

Wir trampen zurueck nach Alice Springs und geniessen  den Pool und die Dusche des Zeltplatzes. Die West Mac Donalds Ranges sind mit ihren Schluchten und Wasserloechern einfach zu schoen und so fahren wir nocheinmal mit den Motorraedern in  diese Maerchenlandschaft. Auf einer kurzen Wanderung laufe ich ueber Spinifex bewachsene rote Erde und balanciere ueber Steine im Flussbett. Das letzte Stueck des Weges lege ich dann schwimmend zurueck, da das Wasser noch zu hoch ist.

30 Uluru und wir - and us Lange haben wir ueberlegt, ob wir die zusaetzlichen 1000km zum Uluru (Ayes Rock) und das hohe Eintrittsgeld von 18Euro pro Person in kauf nehmen moechten. Es ist doch eigentlich nur ein einsamer Felsen. Aber er gehoert zu einer richtigen Australienreise einfach dazu. Unterwegs machen wir noch einen Abstecher zum Rainbow Valley- eine Gesteinsformation aus rotem, orangenen, gelben und weisen Sandstein. Wir fahren eine 25km lange sandige Piste dorthin. Wenn wir nicht gerade durch den Sand ins schlingern geraten, so schuettelt uns die Waschbrettpiste ordentlich durch...

Ploetzlich sehe ich ihn rosa am Horizont leuchten: den Uluru. Majestaetisch steht er mitten in der Landschaft und wir fahren geradewegs darauf zu. Umso naeher wir kommen, um so interessanter und unwirklicher wirkt der Felsen mit seiner roten Farbe und seinen tiefen Furchen.Wir haetten niemals gedacht, dass es so gruen ist ringherum.

Am Abend treffen wir dann das erste Mal auf Gleichgesinnte. Samanta und Goh sind aus Singapur und mit ihren  Motorrad in zweieinhalb Jahren um die ganze Welt gereist. Sie sind nun auf dem Weg nach Hause. Dazu gesellen sich noch zwei Franzosen und ein Australier, welche ebenfalls auf Motorraedern unterwegs sind. Wir geniessen gemeinsam den Sonnenuntergang am Uluru und sitzen und tauschen am Abend noch Reisegeschichten aus.

Die Olgas eine Gesteinsformation mit bis zu 70 Felskuppeln, die an riesige rote Negerkuesse erinnern. Sie beeindrucken uns fast noch mehr als der Ayres Rock. Die Szenerie ist einfach perfekt, als ein Kaenguru ueber die Felsen springt. Auf den Rueckweg sehen wir dann noch Kamele friedlich grasen. Diese passen irgendwie nicht so richtig in unser Bild von Australien. Mittlerweile gibt es aber Millionen dieser Tiere hier und sie sind mancherorts schon eine richtige Landplage geworden. Es sind  Nachkommen der ersten Kamelkaravanen durch  Australien.

34 biketraeume - biker dreams Auf einer Raststaette treffen wir Samanta und Goh wieder. Das erste Mal sehen wir ihr Motorrad nun voll bepackt und sind beeindruckt, dass sie es schaffen zu zweit auf einer Maschine zu reisen. Wir werfen einen kritischen Blick auf unsere Bikes und stellen fest: wer Platz hat, nutzt ihn auch. Gemeinsam wollen wir am naechsten Tag zum Kings Canyon fahren. Am Morgen biegen auf einmal zwei Motorraeder auf den Platz ein. Es sind die beiden Franzossen und der Australier mit ihren Maschienen. Sie bringen uns Croissants zum Fruehstueck.  Der franzoesische Weg, Hallo zu sagen und fuer uns ein absoluter Hochgenuss.

Kurz vorm Start, kommtploetzlich ein Emu daher gelaufen. Mit seinen zwei Metern ist er wirklich ein beeindruckender Vogel. Leider hat er schlechte Erfahrungen mit Motorraedern gemacht und faengt an uns zu attakieren. Nix wie weg. Nur gut, dass die Motorraeder schneller sind...

Im Kings Canyon wandern wir entlang der senkrechten, bis zu 300m hohen Felswaende. Da bekomme ich schon mal weiche Knie als, ich mich fuers Fotoshooting, direkt bis an die Abbruchkante heran wage. Mit unseren zwei Motorradfreunden aus Singapur lassen wir den Abend noch im Pub ausklingen. Wir hoffen, dass wir sie noch einmal wieder sehen auf unseren Weg nach Darwin.

Wusstet ihr eigentlich, dass der aelteste Fluss der Welt der Finke River ist? Wir haben ihn auf unserm Weg im Zentrum mehrmals gekreuzt.

Rene
 
Nomadenleben PDF Drucken
Montag, 24. Mai 2010 um 03:58 Uhr

18 Sonnenuntergang - sunset Marry River Wir sitzen auf einem heissen Stein in der Abendsonne im Marry River NP. Schwuele Hitze umgibt uns und neben uns sitzt ein Wallaby (kleines Kaenguru). Riesige Vogelschwaerme ziehen ueber den Abendhimmel. Zwei Darwinstoerche und mehrere Reier sowie Adler gleiten uebers Wasser und jagen Fisch. Barramundi - auf den auch die Angler so scharf sind. Doch die Idylle truegt etwas, denn es schauen uns zwei Augen aus einiger Entfernung an. Zwei Hoecker nur, die zu einem 4m langem Salzwasserkrokodil gehoeren. Kein Wunder - wir befinden uns im Gebiet mit der groessten Krokdichte weltweit! Die Fischer am Ufer angeln getrost weiter. Das Krokodil schwimmt gemaechlich den Fluss rauf und runter und man kann sich nicht vorstellen, dass er zu einer blitzschnellen und garantiert toedlichen Attacke faehig waere. Wenig spaeter geht die Sonne in einem einzigartigen Schauspiel aus rot-gelb-Reflektionen unter. Wir halten den Atem an - bei so viel schoener Natur.

05 heisse Quellen - hot springs Der Weg von Alice Springs hierher hatte nur wenige Highlights zu bieten: eine 33 Grad warme, glasklare Flussquelle, in der wir unsere highway-mueden Glieder genuesslich entspannen konnten war eindeutig das beste. Nach so viel trockener Landschaft, sind wir froh wieder sattes Gruen und Flusslaeufe zu sehen, die nicht ausgetrocknet sind. Der weitere Weg nach Darwin ist vor allem mit toten Kaengurus und Kuehen am Strasenrand gepflastert. Auch Wildschweine und Schlangen sehen ganz schoen platt aus. Nach einem kurzen Abstecher in den Litchfield NP - mit seinen beeindruckenden, bis 6m hohen Termitenhuegeln und herrlichen Wasserfaellen - geht es weiter gen Norden.

Darwin - und damit den noerdlichsten Punkt unserer Australien Reise - erreichen wir genau ein halbes Jahr nach dem Start von Deutschland: am 14.5.2010. Es ist kaum vorstellbar, dass es erst sechs Monate her sein soll, dass wir in London in den Flieger gen Asien gestiegen sind. In Nieselregen und Kaelte. Nun sitzen wir in den tropischsten Tropen die man sich denken kann (35 Grad, Luftfeuchte ueber 80 Prozent) und moechten uns nicht vorstellen, wie es sein wird, wieder in unsere schweissnasse Motorradkleidung zu steigen.

Nachdem wir Hans (auf seinem Fahrrad, von Hamburg) wieder getroffen haben - er ist bereits eine
Woche vor uns angekommen (gratulation!) - verlassen wir die Stadt gleich wieder. Es ist suendhaft teuer hier oben. Rene faengt sich einen Magen-Darm-Virus ein, was dazu fuehrt, dass wir einen ganzen Tag in den klimatisierten Raeumen eine Besucherzentrums auf Besserrung warten. Ein Highwayparkplatz wird unser zu hause - auch wenn in der Hitze und bei den vielen Muecken nur schwer an Gesundwerden zu denken ist. Am naechsten Tag ist die Batterie der Honda kaputt. So geht es zurueck nach Darwin. Eine passende Batterie gibt es in ganz Darwin. Wir haben Glueck.

20 Felsmalereien - Aboriginie art Ein deutsches Paerchen hat uns ihre Eintrittskarten in den Kakadu NP geschenkt. So kommt es, dass wir nach viel schweisstreibender Fahrerei an den Felmalereien von Ubirr stehen. Unglaublich! Wie gut diese, bis 2000 Jahre alten Darstellungen vom Leben der Aboriginies erhalten sind! Sie erzaehlen Geschichten von Jagd, Alltag und ihrer Version der Erdentstehung. Alle sind in verschiedenem Ocker gemalt, welcher mit Tierblut oder -fett zu Farbe vermischt wird.

Nach nur zwei Tagen in einem der beruehmtesten Nationalparks der Welt (viele Strassen sind noch geflutet nach der Regenzeit) fahren wir wieder in Richtung Sueden. Das Nomadenleben geht weiter. Unterwegs sehen wir viele Feuchtgebiete - bedeckt mit weissen und gelben Seerosen und ein Paradies fuer Wasservoegel und Krokodile. Das Fahren ist anstrengend in der feuchten Hitze und so steht uns der Sinn mehr nach Flucht als nach zu langem Zeitvertreib. In Katherine muessen wir eine neue Kette und Ritzel fuer die Honda bestellen, da das Risiko zu hoch ist, dass die alte Kette reisst wegen Abnutzung.

03 graue Nomaden - grey nomads Folglich sitzen wir drei Tage auf einer Highway Raststaette fest, da wir auf die Ersatzteile warten muessen. Doch wir haben viel Glueck - es ist wie bei Oma und Opa zu hause. Grey Nomads (graue Nomaden) sind unsere Nachbarn. Sie fahren schon seit geraumer Zeit in ihrem Camper um Australien, sind ueber 70 Jahre und helfen uns aus mit Strom, Bier und einer Campingdusche. Besser kanns nicht sein! Sie sind die beste Erfindung Australiens und es dauert nicht lang, bis der ganze Parkplatz vor Grey Nomads wimmelt. Grosse Camper-Anhaenger, Boote auf dem Dach oder auch ein umgebauter Linienbus, der einen Wohnwagen mit kleinem Auto drin zieht sind keine Seltenheit. Meist wird ueber Jahre kreuz und quer durch Australien gefahren und sie sind immer wieder die stille Hoffnung von bikepackern auf ein Bier oder Schutz vor Regen...

Wir werden uns nun auf den Weg zur Westkueste machen - die mal wieder 2000km entfernt von uns liegt. Kununurra und Broome sind die naechsten Destinationen - dazwischen Abstecher in die Kimberley und Bungle-Bungles, soweit der Regen der letzten Tage die Strassen nicht unpassierbar gemacht hat.

Wusstet ihr eigentlich schon, dass Darwin die am meisten von Blitzen getroffenste Stadt der Welt ist und Australier im Northern Territory Entfernung in Six-Packs-Bier rechnen?

Monique